Spielspaß

20. Juni 2017. Bei bestem Gute-Laune-Wetter richtete der AK Willkommen am vergangenen Samstag sein 16. Begegnungscafé aus. Während sich die Erwachsenen Zeit für Gespräche nahmen, hatten die Kinder ihren Spaß bei verschiedenen Spielen auf der grünen Wiese:


Fotos: AK Willkommen

 

Schwimmkurse sind gestartet
17. Juni 2017. Unter der Regie von Sportcoach Matthias Eiles, auch Mitglied der Steuergruppe des AK Willkommen in Seligenstadt, sind die Schwimmkurse für Geflüchtete gestartet:

Dienstags, 20 bis 21 Uhr für Jungen und Männer
Donnerstags, 20 bis 21 Uhr für Mädchen und Frauen

Die Kurse finden im Seligenstädter Freibad statt. Die Teilnehmerzahl ist für jede Gruppe auf 10 beschränkt. Es gibt noch freie Plätze: Anmeldungen über den AK Willkommen in Seligenstadt per E-Mail. oder direkt im Fundus oder in FLIDUM.

 

FLIDUM feiert 1-jähriges Bestehen

14. Juni 2017. Vor einem Jahr, am 17. Juni 2016, hat der AK Willkommen in Seligenstadt in Anwesenheit des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner, des Stadtverordnetenvorstehers Dr. Richard Georgi, des Bürgermeisters Dr. Daniell Bastian gemeinsam mit Helfern, Geflüchteten, Vertretern vieler Behörden und Institutionen das Sprach- und Begegnungszentrum FLIDUM  (Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr) eröffnet.

Innerhalb eines Jahres hat sich FLIDUM zu einer großes Stütze für die Integration und die Sprachvermittlung  weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einer anerkannten Einrichtung entwickelt. Hanne Auer, Koordinatoren für den Bereich Bildung und ihre Sprachhelfer hatten die Idee. Geleitet von der Erkenntnis: "Integration beginnt im Kopf und Sprache ist Kernelement der Integration" wurde eine Einrichtung geschaffen, die beides auch praktisch räumlich verortet und gestaltbar macht.

Nicht ohne Stolz lässt sich heute für das erste Jahr Bilanz ziehen:

  • Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler haben sich in diesem Jahr zum Unterricht im FLIDUM angemeldet.
  • Die nachhaltige Teilnahme der Geflüchteten an den Kursen im FLIDUM liegt bei mehr als 80 % ein Traumwert, wenn man die besonderen Bedingungen der Situation der Geflüchteten berücksichtigt.
  • Mehr als 40 % der Schüler sind weiblich. Die These, dass aufgrund männlich strukturierter Kulturen die Frauen kaum Hilfsangebote annehmen werden oder dürfen, wird relativiert. Das größte Hindernis für Frauen, am Unterricht teilzunehmen, ist die unzureichend verfügbare Kinderbetreuungsmöglichkeit während der Unterrichtsszeiten.
  • Aktuell besuchen 150 Schülerinnen und Schüler wöchentlich  FLIDUM.
  • FLIDUM ist zu einem festen Integrationszentrum in Seligenstadt geworden. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bieten Sprechstunden an zu allgemeinen Lebensfragen, beantworten Fragen und geben Hilfestellung rund um Arbeit, Ausbildung und Sport oder man trifft sich einfach nur und redet miteinander.
     

5. Deutscher Diversity-Tag: Arooma berichtete

1. Juni 2017. Das Thema "Vielfalt" stellte im Rahmen des Aktionstages zum 5. Deutschen Diversity-Tag am 30. Mai die Firma Lexmark Deutschland GmbH, Neu-Isenburg gezielt in den Mittelpunkt einer internen Veranstaltung. Die Vorträge beleuchteten folgende Aspekte: 

  • „Vielfalt der Generationen“
  • „Wie Flüchtlinge das (Arbeits-)Leben in Deutschland erleben“
  • „Frauen in Männerberufen“
  • „Interkulturelles Leben in Beruf und Familie“

Der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt, vertreten durch  Lexmark-Mitarbeiter Henning Berz, sowie Gastrednerin Arooma Haider stellten rund 50 interessierten Mitarbeitern Struktur und Ziele des Arbeitskreises vor. Im Anschluss berichtete die 20-Jährige aus Pakistan über ihre Erlebnisse bei der Flucht, die Ankunft in Deutschland und ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Kulturen ihres Herkunftslandes und in Deutschland. Die Mitarbeiter des Unternehmens zollten der jungen Frau Respekt. Nicht nur von ihrer Geschichte waren sie beeindruckt, sondern auf von ihren in kurzer Zeit erworbenen, sehr guten Deutschkenntnissen. Seit etwa 2 Jahren lebt die junge Frau in Deutschland.

Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder flüchtete sie vor Lebensbedrohung und ständiger Folter in ein ihr damals völlig fremdes Land. Die Flucht war sehr lang und extrem gefährlich, dennoch empfand Arooma Haider ihre Flucht einfacher als das Leben in Pakistan, das ein Leben ohne Freiheit und Frieden war. "Mein Leben hier hat einen Wert und ich darf nicht geschlagen oder gehänselt werden", sagte die 20-Jährige. Anfangs war es nicht leicht, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden. "Etwas später konnten wir uns integrieren, Deutsch lernen und dann haben wir tolle Freunde gefunden. Die Deutschen sind sehr nett, freundlich und hilfsbereit, die meisten sind auch offen." Die junge Frau interessiert sich für Mathematik und hat sich für das Studium der Elektrotechnik entschieden. Wer ihr zuhörte, ist sich sicher: Sie wird ihren Weg gehen.

 
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, unterstützt die Initiative. Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Lexmark hat diese Charta unterzeichnet. Weitere Informationen zur Charta der Vielfalt: http://www.charta-der-vielfalt.de.

 

Impressionen aus FLIDUM
31. Mai 2017. Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Abendlicher Unterricht Ende Mai m Sprach- und Begegnungszentrum FLIDUM bei einer Temperatur von 34 Grad. Eine echte Herausforderung und alle Schüler kamen zu ihrem Kurs. Die Lehrkräfte hatten sich etwas einfallen lassen, um den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und die Aufmerksamkeit zu erhalten: Überall in den FLIDUM-Räumlichkeiten waren Zettel verteilt, die es zu suchen galt. Im Lehrplan stand  "Der menschliche Körper". Die Aufgabe war, einzelne Körperteile zu erkennen und zuzuordnen.

  
Fotos: AK Willkommen

Wie man auf den Fotos sieht, machte es Spaß und schließlich kam im Ergebnis "ein ganzer Mensch" heraus. Es folgte eine Modeschau der Mensch sollte schließlich auch angezogen werden. Die "Models" waren mit Eifer dabei. Hitze und Durst hatten ihre Schrecken verloren.

 

Fundus des AK Willkommen öffnet neu
25. Mai 2017. Verstärkt kommen auch in Seligenstadt Menschen nach Familienzusammenführungen an: Diese Neuankömmlinge haben keinen Flüchtlingsstatus, aber Unterstützungsbedarf. Hinzu kommt, dass die Sachspendenbereitschaft der Seligenstädter ungebrochen groß ist. Das FUNDUS-Team des AK Willkommen in Seligenstadt hat sich auf die veränderte Situation eingestellt: Mit neuem Konzept soll das Sachmittelzentrum FUNDUS der geänderten Bedarfssituation entgegenkommen.

Nicht nur Flüchtlinge, auch andere Bedürftige in Seligenstadt sollen zukünftig das Hilfsangebot im FUNDUS nutzen dürfen: Mit der Neukonzeption können somit über die Grundversorgung hinaus nicht nur Geflüchteten, sondern Hilfsbedürftigen generell Angebote gemacht werden.

Im Rahmen einer kleinen Eröffnungsveranstaltung stellt der AK Willkommen in Seligenstadt gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Daniell Bastian der Presse und der Öffentlichkeit das neue konzipierte Sachmittelzentrum vor:

Dienstag, 30. Mai 2017, 10.30 Uhr
FUNDUS, Freiherr-vom-Stein-Ring 23
63500 Seligenstadt-Froschhausen

Das FUNDUS-Team hat in den letzten Wochen intensiv gearbeitet, neue Ideen eingebracht, Räumlichkeiten und Logistik neu durchdacht und gestaltet. Dabei kamen dem Team die bisher gesammelten Erfahrungen zugute. Jeder Besucher erhält zukünftig einen nummerierten Einkaufskorb, der als einziger Sammelbehälter genutzt werden darf und am Ausgang wieder zurückgegeben wird. Die Körbe können den jeweiligen Besuchern zugeordnet werden; auf Karteikarten werden die Besuche vermerkt. Erhältlich sind nun auch Büromaterial, Spiele, Bücher, Bettwäsche, Handtücher, Bettdecken, Kissen, Sportzubehör, Deko-Artikel, Tische, Stühle, Regale, Lampen, Gardinen, Elektroartikel, Kinderspielsachen, Kinderbekleidung in den Größen 52-164, Taschen, Koffer, Bilder, Spiegel etc.

Das FUNDUS-Sachmittellager steht maximal 12 Besuchern gleichzeitig offen. Die Wartezeit können Besucher wie bisher im Begegnungsraum überbrücken. Als neues Angebot sind Kaffee und Kuchen erhältlich; die Finanzierung erfolgt durch Spendengelder der Besucher.

Was ist neu? 

o Öffnung für Sozialhilfeempfänger und Bedürftige aus Seligenstadt
o Neuausrichtung und Erweiterung des Sachmittelsortiments

o Neuorganisation des Zugangsrechts und Überarbeitung des Karteikartensystems
o eigener Raum für Küchenzubehör und -utensilien 
o Werkstatt für kleine Reparaturen und zum Testen der elektrischen Geräte, zudem Platz für Mal- und Bastelaktionen
o von Besuchern erwünschte Spenden –  z.B. 1 € bei Korbabgabe am Ausgang – für Kaffee und Kuchen im Begegnungsraum oder für Neuanschaffungen
o Bedarfsanmeldung für Fahrräder  

Kleidung und Schuhe für Erwachsene nimmt der FUNDUS nicht mehr an, zumal es in Klein-Welzheim die Kleiderkiste der Kolpingfamilie Seligenstadt gibt.

Seit 1. Januar 2015 gibt es das Sachmittellager FUNDUS des AK Willkommen in Seligenstadt. Vor der Eröffnung des Sprach- und Kommunikationszentrums FLIDUM in der Kolpingstraße 36 in Seligenstadt wurden die Räumlichkeiten in Froschhausen auch für Abstimmungs- und Planungsgespräche der Helferinnen und Helfer genutzt. Die Räumlichkeiten stellt die Stadt Seligenstadt dem AK Willkommen in Seligenstadt zur Verfügung.

Im Zeitraum 2015/16 lag der Schwerpunkt bei der Erstversorgung bzw. Grundversorgung der in Seligenstadt, Mainhausen und Hainburg ankommenden Geflüchteten. Jetzt werden die Familienzusammenführung, die Erstausstattung beim ersten Einzug in eine Wohnung wichtiger sowie die Versorgung von Babys und Kleinkindern.

Von Anfang an arbeitete das FUNDUS-Team nachhaltig – Woche für Woche. Das Team erhält mittlerweile tatkräftige Unterstützung durch eine Reihe Geflüchteter, die im Fundus mithelfen. Claudia Hartl, Marlit Budis und ihr Team haben den neuen Anforderungen Rechnung getragen und die Umgestaltungen vorgenommen. Neben der materiellen Versorgung ist der FUNDUS in Froschhausen auch zu einer kleinen Begegnungsstätte geworden. Helferinnen und Helfer, die sich für die Mitarbeit an der neu konzipierten Einrichtung interessieren, sind herzlich willkommen.

  

Filme von Flüchtlingen für Flüchtlinge
25. Mai 2017. "Gleichberechtigung", "Recht auf freie Entfaltung", "Unternehmungen" und "Sicherheit" sind die Themen der Willkommensfilme, die das Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel in Kooperation mit der nordhessischen Gemeinde Lohfelden produziert hat. Sie thematisieren wichtige Aspekte des Zusammenlebens in Deutschland humorvoll und vermitteln die Inhalte auf Augenhöhe. Hauptdarsteller sind die Eritreerin Muna und Mahdi aus dem Iran, die in jedem Film auch darauf hinweisen, dass das Erlernen der deutschen Sprache sehr wichtig ist. 

Gedreht wurde u. a. bei der Freiwilligen Feuerwehr und in einer Kasseler Polizeidienststelle. Die Gleichstellung von Männern und Frauen und das Recht auf freie Entfaltung werden an konkreten Beispielen erklärt. Auch dem Thema Freizeit ist ein eigener Film gewidmet. Verfügbar sind die Filme in den Sprachen Deutsch, Arabisch, Englisch, Farsi, Tigrinya und Urdu. Weitere Informationen vermittelt die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) auf ihrer Website.

 

Gespräch mit MdB Dr. Jens Zimmermann
23. Mai 2017. Fast 100 Teilnehmer fanden sich am Sonntagvormittag, 21. Mai im Begegnungs- und Sprachzentrum FLIDUM ein anlässlich des Besuchs von Dr. Jens Zimmermann (SPD). Der für den Wahlkreis 187 Odenwald zuständige Bundestagsabgeordnete hatte sich bereit erklärt, mit Flüchtlingshelfern, Betroffenen und interessierten Bürgern das Gespräch zu suchen. Der Wahlkreis 187 umfasst den gesamten Landkreis Odenwald, 9 Kommunen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie 5 Kommunen aus dem Landkreis Offenbach: Hainburg, Mainhausen, Rodgau, Rödermark und Seligenstadt. 


Fotos: AK Willkommen

Thema war u.a. die Sicherheitslage in Afghanistan. Internationale Organisationen, die UN und viele Einrichtungen vor Ort können keine sicheren Gebiete in Afghanistan sehen; dennoch beharrt die Bundesregierung nach wie vor auf ihrer Position, die Abschiebungen umzusetzen. Große Ängste werden dadurch bei den Betroffenen ausgelöst, auch bei den Helferinnen und Helfern ist die Betroffenheit groß.
Zum Bericht der Offenbach-Post über die Veranstaltung:
www.op-online.de...

Durch den Tod einer Deutschen in Kabul in der Nacht zum 21. Mai hat die Frage nach der Sicherheitslage in Afghanistan neue Brisanz erhalten. Zum Zeitpunkt der Veranstaltung war die Ermordung der deutschen Entwicklungshelferin in Kabul noch nicht bekannt.
Das Wochenmagazin DIE ZEIT schreibt in einem Online-Beitrag am 21. Mai:
"... So hatte die deutsche Entwicklungshilfeorganisation GIZ im Mai erklärt, ihre Büros im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul aufzugeben. Sie zog in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand. Die GIZ schloss damit sechs der sieben Büro- und Wohngelände, die sie in den vergangenen Jahren – als Reaktion auf das Erstarken der radikalislamischen Taliban und mehr Anschläge in Kabul – für Hunderttausende Euro mit Sprengschutzwänden und Stahlschleusen gesichert hatte."

Ausblick auf weitere politische Diskussionsrunden im FLIDUM:
Über den CDU-Stadtverband Seligenstadt wurde die dort zuständige Bundestagsabgeordnete ebenfalls für eine Veranstaltung im FLIDUM angefragt. Repräsentanten der Grünen und der Linken  werden noch eingeladen. Der FDP-Landtagsabgeordnete René Rock hatte sich bereits im Jahr 2016 der Diskussion gestellt.

 

Integration durch Sport: Neues Angebot im FLIDUM

12. Mai 2017. Die Exkursion der Sprachkurse zur TGS hat die erhöhte Nachfrage nach Sportmöglichkeiten für Geflüchtete verdeutlicht. Daher bietet die Sparte Sport des AK Willkommen zusammen mit Matthias Eiles, dem Sportcoach der Stadt Seligenstadt, ab sofort feste Sprechstunden im FLIDUM an.

Damit haben Geflüchtete, Helferinnen und Helfer unseres Arbeitskreises sowie Sportvereine die Möglichkeit, Fragen im Zusammenhang mit der Integration durch Sport im FLIDUM zu besprechen. Die erste Sprechstunde findet am Freitag, 19. Mai von 10 bis 12 Uhr statt.

 

Exkursion zur TGS

12. Mai 2017. Fragen über Fragen ... am Ende waren Marion Schaafhausen und Gabi von Beckenrath doch richtig geschlaucht:
"Wie kann ich Fußball/Handball spielen?"
"Gibt es Angebote speziell für Frauen?"
"Was kostet das?"
"Brauche ich extra Schuhe dafür?"
"Darf ich da auch mitmachen?" ...

Mehr als 30 Geflüchtete hatten am 11. Mai im Rahmen der Deutschkurse im FLIDUM zusammen mit der VHS des Kreises das Informationsangebot der TGS wahrgenommen. Das Infoprogramm hatten Frau Schaafhausen und Frau Beckenrath vorbereitet, die es auch vortrugen. 5 Lehrkräfte aus dem FLIDUM-Team des AK Willkommen in Seligenstadt begleiteten die Geflüchteten. 


Foto: AK Willkommen

Integration und Begegnungen durch Sport ein Thema, das durch diese Exkursion neue Impulse bekam. Die Kinder hatten gleich einen Riesenspaß und der erste Exkursionsteilnehmer hat sich schon zum Handballspielen angemeldet. Eine gelungene Aktion – "Danke" an die Macherinnen der TGS!

Die TGS arbeitet seit Jahren mit dem AK Willkommen zusammen mit Blick auf Integration durch Sport, z. B. auch im Rahmen des Projekts "Handball Grenzenlos".

 

Spendenaufruf

10. Mai 2017. Nach erfolgreicher Umorganisation startet der Fundus des AK Willkommen in Seligenstadt ab 1. Juni 2017 mit neuer Einrichtung und neuem Konzept. Der Fokus unserer Unterstützung liegt nun bei der Integration, beim Übergang von der Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft hin zu einem geregelten Leben mit eigenem Haushalt. Daher bitten wir nun verstärkt um folgende Artikel des täglichen Lebens:

  • Töpfe, Pfannen, Schüsseln, Geschirr, Handtücher, Wasserkocher
  • Kochutensilien wie z.B. Kochlöffel, Schneebesen, Schöpfkellen
  • Werkzeuge, Staubsauger
  • Bügeleisen, Bügelbretter
  • Föhn, Handtücher
  • Bettwäsche, Bettdecken und Decken

Von Kleiderspenden sehen Sie bitte ab, diese werden nicht mehr benötigt. Vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.

Fundus: Freiherr-vom-Stein-Ring 23 63500 Seligenstadt-Froschhausen (links von der Feuerwehr die Treppe hoch, linke Glastür)

Spendenannahme: freitags 18 - 19 Uhr

Kontakt: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an:
fundus(at)ak-willkommen(dot)org

 

Kurzfilme zu Kitas in Deutschland

8. Mai 2017. Ein Filmprojekt informiert Eltern aus anderen Kulturkreisen bzw. mit Fluchthintergrund in fünf Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi – über die Bedeutung von Kitas und Kindertagesbetreuung. Kooperationspartner für das Filmprojekt sind das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie der bundesweit aktive Didacta Verband e.V. Alle Filme stehen zum Download auch für die Offline-Verwendung bereit: www.bildungsklick.de... 

 

Neueröffnung Fundus

5. Mai 2017. Mt neuer Einrichtung und neuem Konzept startet der Fundus des AK Willkommen in Seligenstadt ab 1. Juni 2017. Die Eröffnungsveranstaltung startet am Dienstag, dem 30.Maium 10.30 Uhr im Fundus, Seligenstadt-Froschhausen, Freiherr von Stein Ring. Dabei sein wird auch Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

 

Damoklesschwert Abschiebung

3. Mai 2017. „Kein Mensch darf in eine Region zurückgeschickt werden, in der sein Leben durch Krieg und Gewalt bedroht ist",sagt Bernd Klotz, Vorsitzender „Freundeskreis der Mühlheimer Flüchtlinge". Auch Politiker in Mühlheim sehen die "Abschiebungswelle" problematisch und das rechtsstaatliche Verfahren in Gefahr. Gerne hätten wir eine so deutliche Aussage auch von der Seligenstädter Politik. Hier der Bericht der Offenbach-Post:
www.op-online.de...

 

 

Ausflug in den Hessenpark

27. April 2017. Der Hessenpark in Neu-Anspach war am vergangenen Sonntag, 23. April das Ziel: Insgesamt drei Busse wurden benötigt, um alle Teilnehmer am Frühjahrsausflug des AK Willkommen in Seligenstadt zu dem bekannten Freilichtmuseum zu bringen. Die hohe Zahl der Anmeldungen von insgesamt 85 Geflüchteten – darunter viele Familien mit Kindern – sowie 18 Helferinnen und Helfern des Arbeitskreises hatte jeden überrascht.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken.Foto: AK Willkommen/Bassam Darawcheh

Dank tatkräftiger Organisation durch den Arbeitskreis und großartiger Unterstützung durch die Mitarbeiter des Hessenparks konnten alle zusammen am vergangenen Sonntag einen rundum gelungenen Tag in dem Freilichtmuseum im Taunus verbringen. Bei den Führungen durch das Fachpersonal des Parks zeigten sich die Teilnehmer aus den verschiedenen Herkunftsländern sehr interessiert an der Lebensweise, dem Handwerk und dem Alltag im „alten“ Hessen.

Während eines großen gemeinsamen Picknicks gab es Zeit für Gespräche, Austausch und natürlich viel Spaß. Die zahlreichen Kinder kamen dann auf dem großen Spielplatz auf ihre Kosten, während die übrigen Erwachsenen noch in kleinen Gruppen den Park und den gerade stattfindenden Bauernmarkt erkundeten. Trotz der kühlen Temperaturen waren sich am Ende des Tages alle einig: ein Tag voller schöner Erlebnisse und ein weiterer kleiner Schritt zur Integration.

 

Verstehen und verstanden werden

26. April 2017. Marlit Budis, ehrenamtliche Helferin des AK Willkommen, war am 7. April bei einem Empfang im Bundeskanzleramt dabei. Die Offenbach-Post berichtet:
https://www.op-online.de...

 

Wohnung gesucht!

25. April 2017. Mehrfach hat die Offenbach-Post über das Schicksal der Familie Dako berichtet, intensiv hat sich der AK Willkommen für Elvis und Manuela Dako sowie ihre drei Kinder eingesetzt. Nun sucht die Familie dringend eine Wohnung.

Wir suchen eine Wohnung!

Dank unserer Freunde und der Empfehlung der Härtefallkommission dürfen wir sehr wahrscheinlich in Deutschland bleiben! Vorausgesetzt, wir können unser Leben hier allein finanzieren. Da Papa Vollzeit im Gartenbau arbeitet, schaffen wir das hoffentlich.

Dazu brauchen wir aber eine bezahlbare Wohnung bei einem netten Vermieter, der uns in dieser noch unklaren Situation, was den Aufenthaltsstatus betrifft, aufnimmt. Gerne übernimmt Papa auch Hausmeistertä tigkeiten oder die Gartenpflege.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei helfen! Jeder Hinweis auf eine Wohnung unterstützt uns und unsere Patinnen bei der Suche und bei unserem Einstieg in eine sichere Zukunft!

Vielen Dank! Familie Dako

Kontaktdaten für Fragen, Informationen und Angebote:
Tel. 0151 - 65 13 04 69, E-Mail: kontakt(at)ak-willkommen(dot)org

Helfer haben dazu ein Plakatmotiv entworfen, das hoffentlich bald zu einer passenden Wohnung führt: Plakatmotiv 

 

Lesehinweis: Viele Tote bei Taliban-Angriff in Afghanistan

22. April 2017. Die Gegend wurde immer als Beispiel für eine sichere Gegend bezeichnet, in die abgeschobenen werden kann...!
www.tagesschau.de... 

 

Rückblick: Benefiz-Autorenlesung

13. April 2017. Als Autor des Buches "Warum ich dennoch in der Kirche bleibe!" war Dr. Wunibald Müller am 10. April zu Gast im Buchladen in Seligenstadt. Wunibald Müller ist römisch-katholischer Theologe und psychologischer Psychotherapeut. Bis 2016 war er Leiter des Recollectio-Hauses in Seligenstadt. Er las aus seinem aktuellen Buch vor und stellte sich zu diesem Thema dem Diskurs mit Pfarrer Holger Allmenröder von St. Marien.


Dr. Wunibald Müller (r.) und Pfarrer Holger Allmenröder

Die beiden Theologen beleuchteten Fragen des Zeigemäßen, des aus- bzw. anstehenden Umbruchs der Katholischen Kirche sowie die Anerkennung der Homosexualität, Scheidung und auch die Anerkennung von Frauen für das Priesteramt.


Fotos: AK Willkommen

Mehr als 50 Besucher folgten dem Gespräch interessiert und beteiligten sich aktiv durch Fragen. Es zeigte sich deutlich, dass dieses Thema die Zuhörer stark beschäftigt und teilweise heftige Emotionen hervorruft. Dr. Müller und Pfarrer Allmenröder beantworteten alle Fragen ausführlich und nach der Veranstaltung auch im persönlichen Gespräch mit einzelnen Interessierten. Die Benefizveranstaltung erzielte einen Erlös von mehr als 200 € für den AK Willkommen.

 

Fachtagung zu offener Kinder- und Jugendarbeit

12. April 2017. "Junge Geflüchtete in der offenen Kinder- und Jugendarbeit" so heißt eine Fachtagung, die das Jugendbildungswerk des Kreises Offenbacham 6. Juni im Haus des lebenslangen Lernens in Dreieich veranstaltet. Interessierte sollten sich bis 19. Mai anmelden.
Flyer

 

Linktipps: "Integration wie das Miteinander gelingen kann"

11. April 2017. Auf Links rund um das Thema „Integration – Wie das Miteinander gelingen kann“ macht der Deutsche Bildungsserver aufmerksam. Die Linkempfehlungen beziehen sich auf Integrationsideen- und ‑programme für Zugewanderte, Flüchtlinge und Migranten. So gibt es "Hinweise zu den politischen Grundlagen, zu neuen Projekten, die die Integration durch Spracherwerb voranbringen, und zu Projekten, die dabei helfen, eine kultursensible Integration in Unternehmen durchzuführen". Vorgestellt werden zudem Institutionen und Netzwerke, die sich fortlaufend um Integration bemühen.
www.bildungsserver.de...

 

Empfang und Podiumsdiskussion im Bundeskanzleramt

8. April 2017. Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus dem ganzen Bundesgebiet hatte Kanzlerin Angela Merkel für den 7. April in das Kanzleramt geladen. Als Repräsentantin des AK Willkommen war Marlit Budis vertreten. Sie ist Koordinatorin der Sparte Event und aktiv in der Steuergruppe. Dem Empfang im Bundeskanzleramt folgte eine Podiumsdiskussion der Bundeskanzlerin mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern aus dem ganzen Bundesgebiet. 

 

Fotos: Bundesregierung, Guido Bergmann; zum Vergrößern auf die Bilder klicken

Hier Berichte zur Veranstaltung:

www.bundesregierung.de...
www.domradio.de...
www.heute.de...
www.schwaebische.de...
www.tagesschau.de...
www.tagesspiegel.de...
www.westfalen-blatt.de...
www.zdf.de...

" Der Austausch mit Ihnen über Ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe und über Ihre vielfältigen Aufgaben bei der Ankunft und ersten Versorgung von Flüchtlingen bei der Unterstützung in alltäglichen Dingen oder beim Erlernen der deutschen Sprache ist mir ein persönliches Anliegen", hieß es in dem von Angela Merkel unterzeichneten Schreiben, das der AK Willkommen Mitte März erhalten hatte.

 

F L I D U M : Neuer Kursplan

6. April 2017. Nach den Osterferien startet ab 18. April der neue Kursplan für F L I D U M . Was ändert sich?

Im Rahmen der Kooperation mit der VHS des Kreises Offenbach starten ab 18. April vier Kurse. Das sind zwei Kurse mehr als zuvor. Nach dem Sommerferien wird es einen erneuten Ausbau geben. Die folgenden Kurse werden gemeinsam durchgeführt:

  • Alphabetisierung Basis
  • Alphabetisierung Vorkurs
  • Mitsprache Deutsch
  • 1 Integrationskurs

Dabei deckt die VHS zwei Drittel der Unterrichtsstunden ab, ein Drittel leisten die ehrenamtlichen Sprachhelfer im  F L I D U M. Damit betritt der AK Willkommen Neuland: "Wir können so die Unterrichtseinheiten der staatlich geförderten Kurse um 33 % steigern, selbst bei den ´amtlichen` Integrationskursen. Wir wollen auch mit diesem Modell zeigen, wie sich staatliche Sprachförderung und ehrenamtliche Unterstützung sinnvoll und koordiniert ergänzen können. Auf diese Weise wird für Seligenstadt und die Gemeinden Hainburg und Mainhausen eine tatsächlich individuelle, mehrstufige Bildungsentwicklungsplanung möglich", sagt Burkard Müller, Gründer und Koordinator des AK Willkommen.

Weitere Kursangebote des AK Willkommen neben den bisherigen Stufen von Alpha bis A2/B1:

  • Kurse für Auszubildende und Berufseinsteiger
  • Ausbau der Förderkurse für Schulabschlüsse
  • PC-Kurse zur Unterstützung des digitalen Lernens

Erweitert wurden und werden auch die Nutzungszeiten für eigenständiges Lernen im PC-Raum.D er neue Stundenplanist auf der Homepage unter der Rubrik "Deutschunterricht" hinterlegt. Die Sprachaufnahme neuer Schülerinnen und Schüler erfolgt im  F L I D UMjeweils donnerstags von 17 bis 19 Uhr; erster Termin nach den Osterferien ist der 21. April 2017. 

 

Erweiterung der Kooperation mit der VHS

30. März 2017. Das erste Koordinationstreffen des AK Willkommen in Seligenstadt und der VHS der Kreises Offenbach am 29. März im  F L I D U M brachte einen intensiven Erfahrungsaustausch und stellte erfolgreich die Weichen für einen weiteren Ausbau der Kooperation im Bereich Sprache.

Betrachtet wurden die Erfahrungen aus den seit 31. Januar 2017 gemeinsam durchgeführten Kursen. Zielgruppe dieser Kurse sind Einsteiger mit dem Lernziel A1. Bei diesem Modell deckt die VHS zwei Drittel der Unterrichtsstunden ab, die ehrenamtlichen Lehrer des AK ein Drittel im  F L I D UM. Beide Partner bewerten das Modell insgesamt positiv. Beachtlich ist, dass sich die beiden Kurse durch eine wesentlich höhere Teilnehmerstabilität auszeichneten. Naturgemäß gab es auch  Probleme das Modell der Konzeption der "hauptamtlichen" Sprachkurse in Verbindung mit "ehrenamtlichem" Sprachunterricht ist neu und stellte für beide Seiten eine Lernphase dar. Durch den beiderseitigen kooperativen Umgang wurden gute Lösungen gefunden und weiterentwickelt.

Die Teilnehmer beider Kurse werden nach den Osterferien gemeinsam in die nächste Qualifizierungstufe aufgenommen. Auch das ist neu, denn jetzt gibt es für die Geflüchteten einen Sprachentwicklungsplan, der enger auf die Erfordernisse und Bedürfnisse ausgerichtet ist. Zusätzlich starten ab 18. April 2017 zwei Kurse für die Alpha-Stufe und ein Integrationskurs. Das Modell der Unterrichtsverteilung zwei Drittel/ein Drittel wird beibehalten.15 ehrenamtliche Sprachhelferinnen und -helfer sind auf diesem Gebiet aktiv. Zudem werden Exkursionen den Lernprozess unterstützen. Das nächste Koodierungstreffen findet am 21. Juni um 17.30 Uhr im  F L I D UM statt.
 

Lesetipp: Abschiebungen

25. März 2017. Weniger als die Hälfte der Ausreisepflichtigen sind Flüchtlinge

Knapp über 200.000 Menschen sind in Deutschland zur Ausreise verpflichtet. Dabei handelt es sich überwiegend nicht um abgelehnte Asylbewerber. Insgesamt hat Deutschland 2016 mehr Visa-Anträge abgelehnt als 2015 ...
www.welt.de...

 

Bustour in die Arbeitswelt

21. März 2017. Die Offenbach-Post berichtet über die Job to Go-Tour von Pro Arbeit und AK Willkommen:
Eine Bustour der besonderen Art unternahmen rund 100 junge Leute am Freitagnachmittag. Die „Sehenswürdigkeiten“ beim Rundkurs zwischen Mainhausen, Seligenstadt und Hainburg: 14 Betriebe, die ihre Türen öffneten, um ihr Aufgabenspektrum zu präsentieren...
www.op-online.de...
 

Sportangebot ab 20. April

20. März 2017. Die Handballabteilung der Turngesellschaft Seligenstadt 1895 e.V. (TGS) ermöglicht ab 20. April als Integrationsangebot wieder eine offene Ballsportgruppe. Es handelt sich dabei um eine Fortsetzung von Handball grenzenlos im Sommer 2017. Nähere Infos:

Plakatmotiv: Zum Vergrößern auf das Bild klicken

 

Job to Go: Erfolgreich und lehrreich

19. März 2017. Das Ziel war ehrgeizig: Innerhalb eines Zeitraums von 3 Stunden sollten über 100 Teilnehmer insgesamt 14 Betriebe erkunden. Dabei sollte jeder die Möglichkeit haben, 2 Betriebe zu besuchen. Und die Betriebe waren auf Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen verteilt. Vieles hat am Tourentag, dem 17. März, geklappt; zwar nicht alles, aber jeder Teilnehmer konnte sich über das "Innenleben" im Betrieb informieren. Ein Lob an Pro Arbeit des Kreises Offenbach: Das kommunale Jobcenter begleitete die Logistik mit viel Aufwand und großem Engagement. Ein Lob auch an die ehrenamtlichen Betriebslotsen, die diese Tour mitsteuerten.

Bewusst wurde die Job to Go-Tour nicht nur für Geflüchtete durchgeführt, sondern richtete sich in Zusammenarbeit mit den Schulen auch an Jugendliche, die sich für einen Ausbildungsplatz interessieren. Konkurrenzdenken ist da fehl am Platz, vielmehr gelingt es in unserer Region nicht, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Teilnehmer waren beeindruckt, auch von dem Aufwand und der Zeit, die sich die Betriebe nahmen, um Aufgaben und "Innenleben" vorzustellen. Vielen Dank!

Fotos: AK Willkommen

Nach der Arbeit kam das Vergnügen: Gute Stimmung im F L I D UM . Das seit Juni 2016 bestehende Sprach- und Begegnungszentrum erlebte seine erste After Work-Party für TeilnehmerInnen und HelferInnen. Eine runde Sache.

Erfahrungen aus der Aktion:

  • Das Interesse an Arbeitsaufnahme und Ausbildung der Geflüchteten ist sehr groß, sie drängen in Arbeit und Ausbildung.
  • Es gibt einen guten Arbeits- und Ausbildungsmarkt Markt im Ostkreis, viele Stellen können nicht besetzt werden.
  • Sehr deutlich wurde allerdings einmal mehr, dass die Kenntnis der deutschen Sprache grundlegende Voraussetzung für eine Ausbildung und die Arbeitsaufnahme ist. Hier liegt ein entscheidender Schlüssel bei der Integration in den Arbeitsmarkt.
  • Ein weiteres Feld ist die Berufsorientierung: Hier stoßen die Vorstellungen der Arbeitsorganisation und der Aufgaben aus dem Herkunftsland und die Realität der deutschen Arbeitswelt aufeinander.
  • Die Job to Go-Tour war eine gute Startmaßnahme, um die Realitäten hierzulande kennenzulernen.

Was ist zu tun?

Die Sprache ist der Schlüssel: Hier sind mit F L I D UM und der Intensivierung der Sprachangebote über die Kooperation mit der VHS des Kreises Offenbach die Weichen gestellt, um einen weiteren Qualitätsschub  erreichen zu können.

Der Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sollte gezielter strukturiert sein. Hier gibt es noch zu viele Einzelaktionen, die lobenswert sind, aber nicht immer nachhaltig erfolgreich. So sehr auch vonseiten der Geflüchteten der Wunsch und Drang nach Arbeit besteht das Erlernen der Sprache braucht Zeit. 

Die Sparte Arbeit der AK Willkommen wird zusammen mit der Pro Arbeit eine intensive Auswertung vornehmen und Vorschläge für die weitere Vorgehensweise erarbeiten. Bei der hohen Bereitschaft der örtlichen Arbeitgeber, der guten Lernbereitschaft der Geflüchteten, dem nachhaltigen Engagement der ehrenamtlichen HelferInnen und der Zusammenarbeit mit der Bundesagentur und der Pro Arbeit besteht in Seligenstadt ein gutes Potenzial, die anstehenden Aufgaben zu meistern. Das erste Treffen der Gruppe Arbeit findet bereits am Dienstag, dem 21. März um 19 Uhrim F L I D UM   statt.  

 

Treffen der Sprachhelfer : Freude über das Erreichte

11. März 2017. Das Sprachhelfer-Treffen am 8. März im  F L I D U Mzeigte:Eine schwierige Aufgabe besteht darin,  d en Unterricht zu organisieren.Zahlen belegen, wie sich die Unterrichtsgestaltung, die Planungen und die sich ergebenden Probleme darstellen:

Seit Bestehen von F L I D U M im Juni 2016 haben sich 263 Schülerinnen und Schüler für den dortigen Deutschunterricht gemeldet (Stand: 11.3.2017). Die Meldungen erfolgten auf rein freiwilliger Basis meist aus eigenem Antrieb. In diesem Zeitraum wanderten 16 Schülerinnen und Schüler in Integrationskurse, 12 in sonstige Förderkuse mit staatlicher Förderung, 3 in die Berufsschule; 24 sind aus Seligenstadt weggezogen,15 haben eine Ausbildung oder ein Arbeitsverhältnis begonnen und 27 konnten den Unterricht nicht wahrnehmen (Krankheit, Geburt, keine Lust). Zudem wurden innerhalb der Kurse 55 "Versetzungen" in Kurse mit höherem oder in Kurse mit niedrigerem Schwierigkeitsgrad vorgenommen.

Was wollen wir damit sagen?
Man stelle sich die Entwicklung einer Schulklasse vor, die mit einer Fluktuationsrate von über 50 % einen geordneten Unterricht durchführen und darüberhinaus den Lehrplan erfüllen soll. Diesen Herausforderungen haben sich die Sprachhelfer gestellt und innerhalb dieser Zeit das Sprachniveau der Schüler erheblich gesteigert. Zurzeit nehmen 191 Schülerinnen bzw. Schüler aktiv und nachhaltig die mehr als 20 Kurse im FLIDUM an. Eine Teilnahmequote, die sehr beachtlich ist.

Foto: AK Willkommen

Der Erfahrungsaustausch ergab, dass durch den rückläufigen Zugang Geflüchteter, bei gleichzeitig gestiegenem Zugang Familienangehöriger meist Frauen und Kinder sowie der Integration der VHS-Kurse mit ehrenamtlicher Begleitung eine anpassungsfähige neue Struktur entwickelt werden muss. Mit dem neuen Konzept will  F L I D U Mnach den Osterferien starten.

Bis dahin gilt es, neue Kurspläne zu entwickeln, weitere Qualifikationsstufen und entsprechende Ausdifferenzierungen vorzunehmen, um eine noch gezieltere Förderung zu erreichen. In der Praxis hat sich nachhaltig bestätigt, dass "die Sprache das Kernelement der Integration" ist, wie AK-Mitbegründerin Hanne Auer schon auf der Gründungsversammlung am 18.11.2014 betonte. Durch den Aufbau eines "Schulsekretariats" mit ehrenamtlichen Helfern und durch das Ausgeben fälschungssicherer Ausweise für F L I D UM- Schüler werden die Rahmenbedingungen verbessert.

Resümee:
Ohne den nachhaltigen Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, ohne die große Spendenbereitschaft der Seligenstädter für ihr  F L I D U Mund ohne den Mietzuschuss der Stadt Seligenstadt wäre das alles nicht möglich. So hat sich in Seligenstadt ein kleines Integrationszentrum der Bürgerschaft entwickelt und auf sich aufmerksam gemacht.

 

Exkursionen : Museum, Moschee und Stadtbücherei

11. März 2017. Der VHS-Kurs "Einstieg Deutsch", der von den ehrenamtlichen Sprachhelfern des AK Willkommen  im  F L I D U M begleitet wird, umfasst insgesamt fast 200 Unterrichtsstunden. Zwei Drittel werden von der VHS, ein Drittel von den Ehrenamtlichen gestemmt. Dazu kommen vier Exkursionen, damit auch in diesem Rahmen ganz konkret Einrichtungen in Seligenstadt vorgestellt werden.

Der erste Besuch vor dem Rosenmontagszug galt dem Fastnachtsmuseum.  Der zweite Besuch ging zum Jahresempfang in die Bait-ul-Hadi Moscheeder Ahmadiyya Gemeinde Seligenstadt.

Der dritte Besuch galt nun der Stadtbücherei. Unter den Augen des Bürgermeisters Dr. Daniell Bastian stellte Chantal Scholz die Möglichkeiten der Stadtbücherei und die Regeln vor. In der Seligenstädter Bücherei werden auch Bücher zur Sprachhilfe für die Geflüchteten ausgeliehen. Zudem können sich alle Besucher der Stadtbücherei dort in das Internet einwählen.

Fotos: AK Willkommen

Mit großem Interesse folgten die 18 Exkursionsteilnehmer den Ausführungen und stellten Fragen. Die ersten Bücher wurden bei dieser Gelegenheit gleich ausgeliehen. In seinem Grußwort bekundete Bürgermeister Dr. Daniell Bastian seine Freude über das Interesse an den Bildungsangeboten der Stadt. Die Förderung von Bildung für alle Seligenstädter ist ihm ein wichtiges Anliegen, führte er aus; dazu leistet die Stadtbücherei einen wichtigen Beitrag.

Burkard Müller vom AK Willkommen dankte den Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei und der Stadt für die Einbeziehung der Geflüchteten in ihre Arbeit. Keine Selbstverständlichkeit aber ein gutes Beispiel für die Willkommenskultur in Seligenstadt.

 

Buchtipp: Illegale Kriege  - Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren - Eine Chronik von Kuba bis Syrien

Daniele Ganser - Illegale Kriege (Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren)7. März 2017. Die Charta der Vereinten Nationen verbietet Kriege. Das Gewaltverbot kennt nur zwei Ausnahmen: Selbstverteidigung oder einen Krieg mit einem Mandat des UN-Sicherheitsrates.
Das neue Buch von Daniele Ganser schildert illegale Kriege, an denen NATO-Länder von 1945 bis heute beteiligt waren: Iran 1953, Guatemala 1954, Ägypten 1956, Kuba 1961, Vietnam 1964, Nicaragua 1981, Serbien 1999, Afghanistan 2001, Irak 2003, Libyen 2011, Ukraine 2014, Jemen 2015 und der laufende Krieg in Syrien. ( Quelle: SIPER - Swiss Institute for Peace and Research )

 

Verbraucherkompetenz für Flüchtlinge

7. März 2017. Als Neuankömmlinge in der deutschen Gesellschaft sind Flüchtlinge mit den Bedingungen, die sie hier als Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten, noch nicht vertraut. Häufig fehlen ihnen grundlegende Kenntnisse unseres Rechts- und Wirtschaftssystems. Fragen rund um Konto, Konsum und Wohnen sind zu beantworten. Dazu benötigen sie leicht verständliche Informationen.

Ein Projekt der Verbraucherzentrale Hessen in Zusammenarbeit mit dem DHB - Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen möchte Hilfestellung geben. Flüchtlinge sollen als Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt werden. Gefördert wird das Projekt durch das Land Hessen, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Verbraucherzentrale Hessen bietet:

  • Deutschsprachige Informationen unter: www.verbraucher.de/fluechtlingshilfe
  • Workshops zu häufigen Verbraucherthemen bei Flüchtlingen und Themen, die Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit betreffen (z.B. Mobilfunkverträge, Versicherungsschutz u.a.)
  • Erstinformation zu Verbraucherthemen in Wohnheimen und Einrichtungen für Flüchtlinge in mehreren Sprachen (Englisch, Arabisch, Farsi/Dari, Französisch)
  • Beratungstage / Tage der offenen Tür für Flüchtlinge in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen (mit mehrsprachiger Übersetzung)
  • Kostenlose Beratung von Flüchtlingen in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen (Dolmetscher müssen selbst mitgebracht werden)

Ansprechpartnerin und Projektkoordinatorin ist Jasmin Zahed, Verbraucherzentrale Hessen e.V., Große Friedberger Str. 13 - 17, 60313 Frankfurt am Main, Tel. 069 / 97 20 10 - 83, Fax 069 / 97 20 10 - 50, E-Mail: projekt-fluechtlinge(at)verbraucher(dot)de

Unter www.verbraucher.de/verbraucherkompetenz-fuer-fluechtlingesind mehrsprachige Dokumente hinterlegt, z.B. zu den Themen Reklamation, Widerruf, Privathaftpflicht.

 

Hausaufgabenhilfe

5. März 2017. Erfolgreich war das Treffen der Helferinnen der Hausaufgabenhilfe des AK Willkommen am 2. März in Seligenstadt. Neben der Hausaufgabenhilfe in der Emma-Schule, wo sie schon seit über zwei Jahren nachhaltig stattfindet, wird jetzt die Hausaufgabenhilfe an der Konrad-Adenauer-Schule (KAS) aufgebaut.

Z ur Verstärkung des Teams sucht der AK Willkommen weitere Helfer- jetzt ist die richtige Gelegenheit mitzumachen. Wer helfen möchte: Bitte telefonisch oder per E-Mail unter flidum(at)ak-willkommen(dot)org melden.

 

Jahresempfang der Ahmadiyya Gemeinde

5. März 2017. Es war eine schöne Veranstaltung mit vielen positiven Eindrücken: der Jahresempfang der Ahmadiyya Gemeinde in Seligenstadt am 28. Februar. Mit 25 Teilnehmern Geflüchtete und Helfer des Arbeitskreises war der AK Willkommen beim Empfang vertreten.

Auf dem Programm standen die Darstellung der Aktivitäten der Ahmadiyya Gemeinde und eine Ausstellung zum Islam. In seiner Begrüßungsansprache betonte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian die Bedeutung der Begegnung von Religionsgemeinschafte n untereinander. Ob die Seligenstädter einer Religion angehören oder welcher Religion, das sei ihm nicht wichtig. Wichtig sei vielmehr, dass sich alle Menschen an die gemeinsamen Werte und Regeln halten.Den vielfältigen sozialen Aktivitäten der Seligenstädter Ahmadiyya Gemeinde zollte Dr. Bastian großes Lob. Auch die Aktivitäten des AK Willkommen in Seligenstadt werden von der Ahmadiyya Gemeinde unterstützt. 

In vielfältigen Gesprächen bei leckerem Essen wurde deutlich, wie wichtig das gegenseitige Verstehen und das Aufeinander- Zugehen ist.

Die Bait-ul-Hadi Moschee in der Marie-Curie-Straße in Seligenstadt
Foto:
http://www.ahmadiyya.de/gebetsstaette/moscheen/seligenstadt

 

"All That We Share"

28. Februar 2017. Fremdenfeindlichkeit und Hass auf Andersdenkende und Anderslebende sind vieldiskutierte Themen. Das hat ein dänischer TV-Sender zum Anlass für genommen und Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in einem Raum zusammengebracht. Das Motto des Videoclips, der dabei entstanden ist: „All That We Share“ („Alles was wir gemeinsam haben“). Der Film wurde millionenfach aufgerufen. Ein anrührender Appell gegen Schubladendenken:
www.youtube.com...

 

Studie: Schnell und erfolgreich Deutsch lernen - wie geht das?

28. Februar 2017. Eine Studie des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF) präsentiert relevante Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb. So beeinflussen individuelle Lernvoraussetzungen den Deutscherwerb maßgeblich. Vor allem eine höhere Bildung, bereits vorhandene Sprachlernerfahrung, eine linguistisch verwandtere Erstsprache, bessere Kenntnisse in der Erstsprache sowie ein geringeres Alter wirken sich positiv auf den Deutscherwerb im Integrationskursverlauf aus. Die Studie "Schnell und erfolgreich Deutsch lernen - wie geht das?" bestätigt die Wirksamkeit des Integrationskurses als Instrument zum Deutscherwerb für Kursteilnehmende mit und ohne Fluchthintergrund gleichermaßen.
www.bamf.de... 

 

Besuch im Seligenstädter Fastnachtsmuseum

24. Februar 2017. Sichtlich Spaß hatte der Deutschkurs am 23. Februar bei seinem Besuch im Fastnachtsmuseum in Seligenstadt.

 
Fotos: AK Willkommen

Der gemeinsam von der VHS des Kreises Offenbach und dem AK Willkommen ausgerichtete Deutschkurs hatte diesen saisongerechten Ausflug auf seinen Lehrplan gesetzt: Die Exkursion in das Fastnachtsmuseum sollte zum besseren Verständnis beitragen, warum die Seligenstädter in den nächsten Tagen "verrückt" spielen und welche kulturellen Bezüge dahinterstehen. Experte Manfred Kreis, vielfach ausgezeichneter Karnevalist, führte auf unterhaltsame Weise durch das Museum und so erfuhren die Besucher an diesem Nachmittag etwas von der Entstehungsgeschichte der Seligenstädter Fastnacht. 

 

"Sind Abschiebungen nach Afghanistan sicher, Frau Klöckner?"

20. Februar 2017. Julia Klöckner, stellv. Bundesvorsitzende der CDU,  hat sich dafür ausgesprochen, geflüchtete Afghanen – auch Schwangere –in sichere Gebiete nach Afghanistan abzuschieben und die freiwillige Rückkehr zu verstärken (die Offenbach-Post berichtete).

Da ja viele von ihnen an ihrer Heimat hängen, gibt es Rückfragen, ob es jetzt in der Heimat sicher ist. Leider sprechen die uns zur Verfügung stehenden Quellen eine andere Sprache: UN, Deutsche Botschaft, deutsche Militärs, Pro Asyl und erst kürzlich wieder die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierungkennen diese sicheren Gebiete  nicht.

Deshalb habe ich eine Anfrage an Julia Klöckner geschickt; als Vorsitzende der CDU-Fraktion von Rheinland-Pfalz und als stellv. CDU-Bundesvorsitzende hat sie sich sicher Detailwissen erarbeitet, andernfalls würde sie die Menschen ja in eine lebensbedrohliche Region schicken. Hier die Anfrage vom 8. Februar; der Eingang wurde bestätigt, eine Antwort gab es bis heute nicht:
 

Sehr geehrte Frau Klöckner,

wir haben in unserer Flüchtlingsschule eine Karte von Afghanistan aufgehängt, Wir haben hier 143 Afghanen als Geflüchtete, darunter viele kleine Kinder.

Sie sprechen von sicheren Gebieten in Afghanistan! Leider haben wir viele Quellen, UN und auch deutsche Einrichtungen sowie aus dem konkreten Kontakt mit den Angehörigen in Afghanistan, die die sicheren Gebiete leider nicht bestätigen.

Haben Sie genauere Informationen? Bitte lassen Sie uns diese zukommen. Bei der Diskussion über eine freiwillige Rückkehr ist es verständlicherweise schon wichtig, auch verbindlich zu sagen: In diesem Ort in der Heimat ist es sicher. Die Menschen sind sehr verunsichert, da erst vor kurzem ein Kind aus dem Umfeld in Afghanistan getötet wurde, obwohl es sich um ein sicheres Gebiet handeln soll. Ich denke, Sie sprechen ihre politische Forderung ja nur dann aus, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass sie nicht mit dem Tod endet! Wir werden unsere Anfrage natürlich - so wie Sie Ihre Forderung - öffentlich machen, ebenso Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Burkard Müller

 

Mein persönlicher Kommentar:  
Wir sollten über alles reden können und auch ich weiß sehr wohl, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die eine Abschiebung der Afghanen durchaus gutheißen. Ebenso gibt es  viele Menschen in unserer Stadt, die der Meinung sind: "Nein, es gibt keine gesicherten Erkenntnisse, dass es in Afghanistan sicher ist, auch nicht in einigen Gebieten". 

Die derzeitige Debatte erzeugt bei den Betroffenen Ängste und Hoffnungen: Ängste, in die Gefahr zurück zu müssen, der sie entronnen sind; Hoffnungen, in die Heimat zurück zu können. Jetzt stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie kennen eine afghanische Familie, deren Vertrauen Sie besitzen; die Familie fragt: „Kann ich zurück in meine Heimat, ist es dort für meine Kinder und mich sicher?“ Was würden Sie antworten?

Wer auch immer vor die Kamera und die Presse tritt und sagt: „Ja du kannst zurück; wo du hingehst, dort ist es sicher“, der sollte auch sagen können, woher er das weiß und ob er seine Informationen überprüft hat, dass das auch belastbar ist, besonders wenn es um Menschenleben geht. Wir leben seit Jahren mit Afghanen in unserer Stadt, viele sind unsere Freunde geworden, lernen unsere Sprache, sind mit uns in Vereinen aktiv, leben in vielfacher Hinsicht mit uns. Eine ganze Reihe von ihnen hat auch Arbeit gefunden oder qualifiziert sich dafür. Wollen wir sie wirklich in die Gefahr zurückschicken? Wo sind die Menschen vor Ort, die uns Helfern – verbindlich – sagen können: „Ja, hier oder da in Afghanistan ist es sicher – ich stehe dafür gerade?" Oder wollen wir es uns so einfach machen und sagen: „Es wird schon so sein wie der eine oder andere das sagt!"?

Ich bin für Meinungsfreiheit – sie beinhaltet aber auch Verantwortung. Und es gibt auch Hoffnung: Die Europäer setzen sich auch ein für die Menschenrechte, für Humanität. Hunderttausende demonstrieren in Spanien für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen, Zehntausende in Deutschland gegen die Abschiebung der Afghanen in Deutschland. Die Länder  Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfahlen beteiligen sich nicht mehr an den Zwangsabschiebungen. Das Land Hessen mit Grüner Regierungsbeteiligung sollte den Beispielen folgen – was dort möglich ist, geht auch bei uns. Es ist jetzt Zeit zu handeln. 

In der Physik gibt es die Farbenlehre: Bei der Mischung von schwarzer und grüner Farbe ist das Ergebnis schwarz. In der Politik ist das kein physikalisches Gesetz, aber dennoch möglich, wenn die Vermischung zu groß wird.  

Ihr Burkard Müller

 

Analysen zur Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland

20. Februar 2017. Welche Themen sprechen Flüchtlinge von sich aus an, wenn man sie fragt, wie es ihnen in Deutschland bisher ergangen ist? Was ist ihnen selbst wichtig? Wie erleben sie die Begegnung mit den Menschen hier? Welche sozialen Kontakte haben sie und welche Bedeutung hat dabei ehrenamtliches Engagement?

Diese und andere Fragen untersucht eine Studie der Robert-Bosch-Stiftungmit dem Forschungsbereich des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Im Ergebnis wurde u.a. festgestellt, dass die zugewiesene Kommune den Grundstein für eine langfristige gesellschaftliche Teilhabe legt und somit eine nicht unerhebliche Rolle bei der Integration spielt, d.h.: Integration findet vor Ort statt: Kurzinformation des SVR-Forschungsbereichs 2017-1

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschunghat einen 12-seitigen Kurzbericht veröffentlicht zu fiskalischen und gesamtwirtschaftlichen Effekten: "Investitionen in die Integration der Flüchtlinge lohnen sich"

 

Syrische Youtuber erklären den "German LifeStyle"

16. Februar 2017. Amüsante Videos produzieren und verbreiten Allaa Faham (20) und Abdul Abbasi (22) über ihren Youtube-Kanal GLS. Beide stammen aus Syrien und kamen vor rund zwei Jahren nach Deutschland.
http://www.germanlifestylegls.de/videos/

Auf ihrem arabisch untertitelten Youtube-Kanal German LifeStyle GLS überzeichnen sie Stereotypen beider Nationen und karikieren die Unterschiede beider Kulturen, das tägliche Leben, Gewohnheiten und gängige Vorurteile - mit inzwischen weit über 100.000 Fans.
Hier zwei Beispielvideos:
- Wie lernt man Deutsch am schnellsten?
- Frag eine Deutsche

In der wenigen Zeit, die den beiden Youtubern zwischen zahlreichen Interviewterminen, Vortragsveranstaltungen und Videodrehs bleibt, studiert Abdul an an der Universität in Göttingen Zahnmedizin und Allaa Medientechnik an der Universität Hamburg. Zudem engagieren sie sich in Projekten wie „Life back home“ und erzählen ihre Geschichte an deutschen Schulen:
Wie war das Leben in Syrien vor dem Krieg und währenddessen?
Wie ist ihr Leben heute in Deutschland?
So erreichen sie insbesondere junge Menschen mit ihrer Botschaft und ihrer Mission: Aufeinander zugehen – Vorurteile ablegen – Friedlich miteinander leben.
Im Dezember 2016 wurden Allaa Faham und Abdul Abbasi mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung für ihr herausragendes Engagement um Integration ausgezeichnet und geehrt.
Quelle: http://www.germanlifestylegls.de/ueber-uns/ueber-gls/

 

Focus.de: Hinweis auf Deutschkurse der VHS Offenbach

10. Februar 2017. Zum Einstufungstermin kamen 60 Flüchtlinge...
www.focus.de/regional/hessen/dietzenbach-kreis-offenbach-volkshochschule-kreis-offenbach-bietet-deutschkurse-an...

 

Lesetipp:

10. Februar 2017. Viel gesprochen und geschrieben wird über die "Ängste der Bürger". Hier ein sehr interessantes Interview über die Angst der Geflüchteten, die bei uns Schutz gesucht haben:
www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-02/fluechtlinge-angst-trauma 

  

Hausaufgabenhilfe in der Konrad-Adenauer-Schule

7. Februar 2017.  Durch Umzug innerhalb des Stadtgebiets besuchen nun auch Flüchtlingskinder die Grundschule der Konrad-Adenauer-Schule in Seligenstadt. Gemeinsam mit der Schulleitung möchte der AK Willkommen dort eine Hausaufgabenhilfe aufbauen. Dazu werden Helferinnen und Helfer gesucht, die diese Aufgabe mit übernehmen. Das Team der Hausaufgabenhilfe der Emma-Schule steht gern unterstützend zur Seite. Interessenten schicken am besten eine Mail an:
Kontakt(at)ak-willkommen(dot)org.

 

Seminare für Jugendliche rund um ehrenamtliches Engagement

6. Februar 2017. Die Ehrenamtsagentur der Kreisverwaltung Offenbach macht auf das vielfältige Angebot des Jugendbildungswerks für Jugendliche und junge Menschen von 13 bis 25 Jahre aufmerksam. Auch in Seligenstadt finden einige Seminare statt,z. B. "Und was glaubst du?" zum Miteinander der Religionen am 24./31. März und 2./4. April. Der Programmflyer mit Seminaren rund um das ehrenamtliche Engagement ist als PDF abrufbar unter
www.kreis-offenbach.de(PDF/Jugendbildungswerk_Programm.PDF ...

 

"Einstieg Deutsch": Gemeinschaftsprojekt mit der Kreis-VHS

5. Februar 2017. Der Anfang ist gemacht: Am 1. Februar startete der VHS-Kurs „Einstieg Deutsch“ in Kooperation mit dem Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt. Unter Federführung der VHS Offenbach finden nun montags, mittwochs und freitags je zwei Kurse in der Einhardschule statt. Bis Ende März 2017 addieren sich die Kurse dort auf insgesamt 100 Unterrichtsstunden. 36 Schülerinnen und Schüler können an den beiden Kursen teilnehmen.

Weitere 50 Unterrichtseinheiten übernimmt der AK Willkommen dienstags und donnerstags im FLIDUMin der Seligenstädter Kolpingstraße 36. Auch das vertiefende Lernen soll bis Ende März 2017 abgeschlossen sein. Angedacht sind weitere 20 Unterrichtseinheiten für Exkursionen, die der AK Willkommen mit den Teilnehmern durchführt. Nähere Informationen zu Ziel, Inhalt und Struktur dieser Sprachfördermaßnahme sowie Hinweise zu Lernmaterialien vermittelt die Website www.einstieg-deutsch.de .

Der AK Willkommen sieht durch die Zusammenarbeit mit der Kreis-VHS eine Erweiterung der Unterrichtszeiten für die Geflüchteten in Seligenstadt, außerdem bessere Möglichkeiten zur Erreichung der notwendigen Sprachzertifikate und zur Etablierung weiterer Integrationskurse in Seligenstadt. 
 

Impression aus dem FLIDUM

3. Februar 2017. Während im Raum Blau die Fortbildungsveranstaltung für das gemeinsame Projekt des AK Willkommen in Seligenstadt mit der VHS des Kreises lief, zog die sonst dort unterrichtete Klasse in das kleinere Klassenzimmer um. Die Freude am Deutschlernen hat das nicht getrübt, wie man sieht:

Foto: AK Willkommen

Am Dienstagabend konnten somit, etwas beengt, 56 Schüler lernen. Erfreulich ist, dass der Frauenanteil steigt (am Dienstag lag ihr Anteil bei 40 Prozent). Es zeigt, dass sich die Menschen im FLIDUM wohl und sicher fühlen. Integration bedeutet auch, kulturelle Unterschiede und Hemmnisse durch Aufeinanderzugehen zu überwinden. Es funktioniert. Ein gutes Zeichen.

 

Soziale Rechte für Flüchtlinge

27. Janu ar 2017. D er Paritätische Gesamtverband hat im Dezember 2016 in zweiter Auflage eine 88 Seiten umfassende Publikation herausgegeben: "Soziale Rechte für Flüchtlinge". Sie informiert über die rechtliche Ausgestaltung des Arbeitsmarktzugangs und Sozialleistungen für geflüchtete Menschen. Die Broschüre gibt einen Überblick über die zentralen Regelungen. Gedacht als Basisinformation, ist diese Arbeitshilfe praxisorientiert angelegt, mit zahlreichen Tipps für die Beratungspraxis. Die Broschüre ist kostenfrei als Download verfügbar auf der Website des Paritätischen Gesamtverbands, unter der Rubrik "Publikationen":

Soziale Rechte für Flüchtlinge - eine Arbeitshilfe für Beraterinnen und Berater

 

Kooperation mit der VHS

26. Januar 2017. Sprachunterricht in Kooperation mit der VHS des Kreises Offenbach: Dieses Gemeinschaftsprojekt startet der AK Willkommen im Februar. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die ehrenamtliche Tätigkeit der Helferinnen und Helfer des AK Willkommen hat sich stets als ergänzende Hilfe zu staatlichen Maßnahmen verstanden.

Allerdings ist die sprachliche Förderung für eine ganze Reihe von Geflüchteten ausbaufähig. Vor allem die Geflüchteten mit einer sogenannten "schlechten Bleibeperspektive" waren und sind größtenteils auf die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer angewiesen.

Im Februar startet nun das gemeinsame Projekt des Arbeitskreises mit der VHS des Kreises Offenbach. 40 Schülerinnen und Schüler aus Seligenstadt und Mainhausen können daran teilnehmen. Insgesamt werden 170 Unterrichtsstunden angeboten: 100 Unterrichtseinheiten vonseiten der VHS, 70 von den Ehrenamtlichen. Der Unterricht der Ehrenamtlichen findet im FLIDUM statt.

Am Sprachunterricht teilnehmen können dann Geflüchtete aller Nationen. Folgen kann dann auch ein Integrationskurs der VHS in Seligenstadt: Er startet am 19. April 2017. Damit entfallen die bisher langen Fahrtzeiten zu Kursen außerhalb Seligenstadts.

 

Statistik: Neue Zahlen

26. Januar 2017. Aktuelle Zahlen für die Geflüchteten in Seligenstadt hat die Stadt kürzlich veröffentlicht. Als Tendenz ist ein leichter Rückgang der Anzahl Geflüchteter auszumachen sowie eine Erhöhung der Anerkannten; sehr viele davon sind noch in den Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Hauptherkunftsländer sind Afghanistan, Syrien, Pakistan, Irak und Eritrea.
Quelle: Stadt Seligenstadt Homepage, Amt für soziale Infrastruktur/Integrationsbeauftragte
http://www.seligenstadt.de... 

 

Fastnacht feiern

24. Januar 2017. Unter dem Titel "Gemeinsam friedlich feiern" hat die hessische Polizei auch in diesem Jahr einen Flyer aufgelegt, der   in insgesamt 6 Sprachen über Rituale und Regeln rund um die Faschingszeit informiert.
Flyer als PDF

 

Abschiebungen nach Afghanistan

15. Januar 2017. Die größte Gruppe der Geflüchteten in Seligenstadt kommt aus Afghanistan. In einer Broschüre hat Pro Asyl die wichtigsten Hintergründe und Informationen zum Thema veröffentlicht. Ein wertvoller Hinweis für das Gespräch mit den Afghanen die 40 Seiten umfassende Broschüre enthält auch viele Tipps für Helfer.
https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/08/PROASYL_Afghanistan_Broschuere_Jul16.pdf

 

Bleibeaussicht und Integration

15. Januar 2017. Die gravierenden negativen Auswirkungen der Unterscheidung nach guter und schlechter Bleibeaussicht für die Integration hat Pro Asyl beleuchtet. Interessant ist, mit welchen "Rechentricks" die Quote herruntergerechnet wird. Der AK Willkommen in Seligenstadtbietet seine Hilfsangebote und Sprachkurse allen an. Damit tragen wir der tatsächlichen Situation Rechnung und fördern die Integration. Hier der Bericht von Pro Asyl:
https://www.proasyl.de/news/die-einstufung-nach-bleibeperspektive-ist-bewusste-integrationsverhinderung/

 

App für geflüchtete Frauen

13. Januar 2017. Für geflüchtete Frauen hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine App „RefuShe“ entwickelt, die leicht verständliche Informationen über die Lebensweise und Gesellschaft in Deutschland, Grundwerte wie Gleichstellung und Selbstbestimmung und Hilfeangebote für Frauen bietet, aber auch für alle anderen Zugewanderten nützlich sein kann. Um die Informationen leicht verständlich zu vermitteln, kommen Videos zum Einsatz.

Die App ist in fünf Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Paschtu) verfügbar und kann für Android-Smartphones im Google Playstore kostenlos heruntergeladen werden. Dazu gibt es Hinweisplakate, die in den Einrichtungen und Kommunikationszentren für Flüchtlinge aufgehängt werden können. Über den QR-Code ist die App leicht zu finden.
Pressemeldung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen
Plakatmotiv deutsch/englisch
Plakatmotiv arabisch

 

Lesetipp zur Sicherheitslage in Afghanistan

12. Januar 2017. Die Bundesregierung wollte es genau wissen, hat einen neuen Bericht der UN zur Sicherheitslage in Afghanistan angefordert und auch erhalten. Die Kernbotschaft laut ZEIT-Beitrag vom 10. Januar:

D er Bericht ist diplomatisch formuliert, kritisiert aber trotzdem eindeutig die Ansichten der Bundesregierung und des Bundesinnenministeriums. Man sei grundsätzlich der Ansicht, dass "das gesamte Staatsgebiet Afghanistans von einem innerstaatlichen bewaffneten Konflikt" betroffen sei, schreibt das UNHCR. Genau das bestreitet die Bundesregierung. "Aufg rund der sich ständig ändernden Sicherheitslage" könne man gar nicht zwischen sicheren und unsicheren Regionen in dem Bürgerkriegsland entscheiden.

Lesen Sie selbst:
www.zeit.de...

 

Neues aus dem FLIDUM

11. Januar 2017. Unser  F L I D U M  hat sich bewährt schon 240 Tage haben wir unsere Einrichtung mittlerweile in Betrieb.  F L I D U ist mittlerweile weit über den Kreis Offenbach hinaus zu einer "berühmten" Einrichtung geworden, wie Landrat Quilling am 9.Januar anläßlich eines Besuchs  in  Anwesenheit  unseres Bürgermeisters Dr.Daniell Bastian und des Geschäftsführers der Stiftung Miteinander Leben Herrn Markus Härtter im  F L I D U bestätigte .  

Was gibt es Neues im Jahr 2017?

Ausstattung: Durch Fördermittel der Stiftung "Miteinander leben" des Kreises Offenbach können wir im  F L I D U weitere Bereiche  entwickeln.

Heimkino:  Eingerichtet haben wir jetzt im Foyer unser Heimkino. So sind auf einem großen Bildschirm TV-Beiträge, Nachrichten in verschieden Sprachen, Präsentationen, YouTube-Videos und Lernprogramme verfügbar - mit direktem Zugriff auf das Internet. Wir werden eine Reihe von Filmen, die verschiedene Lebenssituationen und Themen darstellen Gleichberechtigung, Sexualität, Rechtsstaatlichkeit, Polizei und Demokratie in verschiedenen Sprachen beschaffen. Damit kann über den Kursunterricht hinaus das Foyer als Treffpunkt  genutzt werden. Auch Kinderkino ist natürlich möglich.

Unterstützung bei Reinigungsarbeiten: Mit der Anschaffung einer Saug- und Reinigungsmaschine sowie Elektrobesen ist das Saubermachen letzt wesentlich leichter geworden. Damit hoffen wir, eine Entlastung erreicht zu haben.

Erweiterung der PC-Lernplätze mit Kopfhörern/DVD-Player:  Durch eine Spende des Kreises Offenbach konnten wir die PC-Lernplätze auf jetzt sieben ausbauen. Die Plätze sind jetzt auch mit Kopfhörern ausgestattet. Zudem verfügen wir jetzt in drei weiteren Zimmern über DVD-Player zur Unterrichtsunterstützung.

Freie Surfplätze: In den nächsten Wochen  werden im Foyer zwei freie Surfplätze  eingerichtet. Zwei entsprechende Computer, Bildschirme und Zubehör stammen aus Spenden der IHK, des Kreises Offenbach und der Stadt. Dort ausgemusterte Technik wird hier im  F L I D U weitergenutzt.

Videoaufnahmen:  Zur Unterstützung bei der Wohnungssuche möchten wir Videos produzieren, die die Stadtbevölkerung anschaulich über die Vermietung und Generierung von Wohnraum für anerkannte Geflüchtete informieren. Gute Beispiele für erfolgreiche Aktivitäten und Projekte gibt es bereits in einigen Städten. Wir suchen Helferinnen und Helfer, die an einem solchen Projekt Spaß haben und auch ein wenig Erfahrung im Umgang mit Videos mitbringen. Die Reihe soll dann fortgesetzt werden, z.B. mit Videos zu folgenden Themen: Mietsuchende können sich darstellen; Angebote von Ausbildungsplätzen; Vorstellung einzelner Betriebe und Arbeitgeber; Präsentation von Vereinen und Sportmöglichkeiten.

Möglichkeiten für Helferinnen und Helfer und Geflüchtete: Mit dem Ausbau schaffen wir für Helferinnen und Helfer, aber auch für die Geflüchteten selbst im  F L I D U die Möglichkeit vielfältiger sozialer Begegnungen über den Sprachunterricht hinaus.

Eltern können lernen, Kinder einen Kinderfilm sehen. Nationengruppen, große Gruppen oder auch Kleingruppen können Filme und Videos ansehen, auf dem Bildschirm gemeinsame Sportveranstaltungen erleben. Möglich sind Diskussionsrunden über die Entwicklungen in der Heimat, Situationsberichte. Die Anwendungen sind vielfältig. Arbeitgeber und Vereine können sich darstellen, uns auch gerne entsprechende Videos zur Verfügung stellen.

Wer daran Interesse hat und mitmachen will, am besten einfach melden.  Integration ist machbar. Aus Fremden Bekannte zu machen, ist eine gute Sicherheitsmaßnahme. Seligenstadt kann weltoffen sein dank Ihrer vielfältigen Unterstützung.

Burkard Müller

 

Lesetipp: Ihr müsst nicht so schreien!

10. Januar 2017. Innere Sicherheit: Prävention wichtiger als Repression | ZEIT ONLINE, 9.1.2017:
Fußfesseln, Abschiebehaft, Videoüberwachung: Die Parteien sind im Wahlkampfmodus. Dabei will der Wähler vielleicht gar keine neuen Maßnahmenpakete....
www.zeit.de...
 

Zertifikate für Geflüchtete

7. Januar 2017. Zertifikate für die Teilnahme am Kurs "Fit für den Rechtsstaat" im FLIDUM erhielten am 6. Januar die Kursteilnehmer von Ulrich Wetzel, Direktor des Amtsgerichts Seligenstadt (im Bild 2.v.r.).


Foto: AK Willkommen

Seit dem letzen Jahr ermöglicht der AK Willkommen in Seligenstadt in Zusammenarbeit mit dem Landgericht Darmstadt und dem Amtsgericht Seligenstadt geflüchteten Menschen, sich im FLIDUM über verschiedene Rechtsfelder informieren zu lassen. Den ersten Kurs hat der Direktor des Amtsgerichtes Wetzel im FLIDUM durchgeführt. Da der Stoff sehr komplex ist und auch entsprechende Übersetzungen erforderlich sind, wird der Inhalt im Rahmen von 2 jeweils 3-stündigen Kursabschnitten vermittelt. Die Teilnehmer sind erfreulicherweise sehr daran interessiert, das deutsche Recht kennenzulernen. Die Kurse werden deshalb im Jahr 2017 im FLIDUM auch weiterhin angeboten.

 

Integration zwischen Prosa und Praxis

4. Januar 2017. Nun ist es also doch passiert: Die Verlegung der Geflüchteten aus den Containern in der Einhardstraße in Seligenstadt wird am Donnerstag, 5. Januar, um 9.30 Uhr vollzogen. 14 von den 35 Geflüchteten und viele Helfer des AK Willkommen in Seligenstadt hatten darum gebeten, die Geflüchteten, die bereits in unserer Stadt gut verortet sind, nicht zu verlegen. Ein Tausch wäre aus unserer Sicht sehr wohl möglich gewesen. Nicht alle Geflüchteten lassen sich gleichermaßen auf einen Integrationsprozess ein. Wir hatten deshalb den Kreis Offenbach nochmals um ein Gespräch gebeten leider ohne Erfolg.

Resümee: Als ein Erfolg der Maßnahme ist zu sehen, dass sich die Wohnsituation der Geflüchteten in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Weiskirchen gegenüber der Unterbringung in den Containern hinter dem Roten Haus verbessert hat.

Das Insistieren darauf, auch die gut Verorteten aus Seligenstadt zu verlegen, statt gemeinsam andere Lösungen zu finden, zeigt auf erschreckende Weise die Unzulänglichkeiten in der Gestaltung eines gemeinsamen Integrationsprozesses auf kommunaler Ebene.

Als Beispiele dafür lassen sich die Kommunikation und die Zuständigkeit nennen zwei Worte, die die ehrenamtlichen Helfer mittlerweile nicht mehr hören können. Entweder ist die Behörde nicht zuständig oder sie wurde nicht informiert. Zu hören sind dann Aussagen wie diese: “Ja, wir sind zuständig, aber nicht informiert” oder auch: “Wir sind informiert, aber nicht zuständig.” Zum Schluss kommt dann der Satz: “Wir verstehen ja ihr Anliegen, aber leider sind wir nicht zuständig oder nicht informiert.”

“Kommen wir von der Praxis in die Prosa”, so heißt es. “Gemeinde und Kreis arbeiten Hand in Hand zum Wohle des Bürgers. Deshalb sind unsere Steuergelder auch gut angelegt. Großen Wert gerade in der Kommunalpolitik legen wir auf Transparenz, die Beteiligung unserer Bürger ist uns ein echtes Anliegen.”

Aha!

Toll, dass entgegen der Prosa-Darstellung in der Praxis das Gegenteil gar nicht bestritten wird. Aber ist es nicht gerade Aufgabe der gewählten Vertreter in den Parlamenten der Stadt und des Kreises, des Magistrats, der Stadt und des Kreisausschusses, einmal erkannte Fehler auch zu beseitigen? Der Bürger hätte im Sinne einer Aufgabenerledigung mehr davon. Vom “Schwarze Peter-Spielen” kommt nur das Signal der Politik: “Lieber Bürger, wir sind nicht in der Lage, einfache Aufgabe auch so zu organisieren, dass ein vernünftiges Ergebnis erzielt wird.” Und das wäre hier mit geringen Mitteln leicht erreichbar gewesen.

Was bleibt?

14 Geflüchtete haben gelernt: Man kann bei der Behörde einen Antrag stellen, aber Gehör findet man nicht, gemachte Integrationsbemühungen und -anstrengungen wurden ignoriert.

Viele ehrenamtliche Helfer haben gelernt: Zwischen der oft ausgesprochenen Dankbarkeit für ihre Tätigkeit und der Wertschätzung, gar der authentischen Wahrnehmung, stehen Welten. Die von ihnen erbrachte Leistung zur Integration wurde ignoriert.

Initiativen, Verabredungen, Maßnahmen zur Sprachbildung und zur Arbeitssuche müssen umdefiniert werden, damit die bisherige Arbeit nicht ohne Ergebnis bleibt. Stunden weiterer Investitionen in die Integration des Ehrenamts - mit dem Risiko, bei der nächsten Maßnahme gleichermaßen behandelt zu werden.

Wir wissen schon, dass es ein außerordentlich schwerer Prozess ist, unterschiedliche Kulturen in unserem Land zu integrieren. Jetzt kommt noch die Erkenntnis dazu, dass es ungleich schwerer ist, die unterschiedlichen Zuständigkeiten, Kompetenzen und die unterschiedlichen Ebenen eines “Behördenhandels” so zu bündeln, dass eine Gesamtbetrachtung des Problems möglich wird. Wenn wir das schaffen, braucht uns vor dem Rest nicht bange sein.

Der Mensch wächst eben an seinen Aufgaben! Und zum Erfolg gehört der lehrreiche Umgang mit dem Misserfolg. Wir hinterfragen selbst, denn auch wir machen Fehler: Haben wir unsere Ziele und Erwartungen vielleicht zu hoch angesetzt? Uns zu sehr persönlich eingelassen? Zu hohe Erwartungen in einen Behördenstruktur gesetzt? Die Prosa zu wörtlich genommen?

Dennoch: Was hat es denn geschadet, wenn man miteinander spricht?
Dieses Mindestmaß an Wertschätzung glaubten wir, erwarten zu können!

Burkard Müller

 

Beeindruckende Facebook-Zahlen

 

3. Januar 2017. Seit März 2016 kommuniziert der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt – Ehrenamtliche helfen Flüchtlingenauch über eine Facebook-Seite. Sie hat zurzeit 295 Abonnenten.   In einem Zeitraum von 28 Tagen erzielte die Facebook-Seite des AK Willkommen zuletzt eine Reichweite von deutlich über 11.000 Personen:

Besonders großes Interesse fanden die Meldungen zur Friedensdemonstration vor dem Rathaus vom 23. Dezember, zur Verleihung des Deutschen Bürgerpreises an Koordinator Burkard Müller vom 6. Dezember und zur Auflösung der Containerunterkünfte vom 20. Dezember. Auch bei älteren Beiträgen verzeichnet die Facebook-Seite gelegentlich hohe Reichweiten von bis zu knapp 5.000 oder sogar 6.000 Personen.