Veranstaltungen

 

Pakistanische Spezialitäten: Begegnungscafé am 18. Februar

Februar 2017. Bereits zum 14. Mal organisierte der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt ein Internationales Begegnungscafé: Es fand am Samstag, 18. Februar von 15 bis 17.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Jahnstraße 24 statt.

Meist stehen ein bestimmtes Land mit kulinarischen Spezialitäten oder eine kulturelle Vorführung im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dieses Mal beteiligte sich die Ahmadiyya Gemeinde Seligenstadt als Schirmherrin des Begegnungscafés: Sie hielt pakistanische Spezialitäten für die Besucher des Cafés bereit. Dazu sagte Burkard Müller, Gründer und Koordinator des AK Willkommen:

„Die Begegnungscafés sind ein wichtiger Bestandteil des Miteinander und des Nebeneinander der Menschen in Seligenstadt. Es ist einer von vielen Schritten zur Integration. Gerade in religiösen Fragen – aber natürlich nicht nur dort – zeigt sich, dass eine gelungene Integration kein Selbstläufer ist. Wir kennen die vielfältigen Ausprägungen christlicher Glaubensrichtungen – katholisch, evangelisch, freireligiös, altkatholisch, Opus Dei usw. – mit teils fortschrittlichen, teils erzkonservativen Positionen. 

Der Islam gliedert sich gleichermaßen auf, eine Erkenntnis, die sich allmählich – leider eher durch Kriegsereignisse als durch Neugier – durchsetzt. So wird immer deutlicher, dass Millionen Menschen in Deutschland, die der islamischen Glaubensrichtung zugerechnet werden – einer Studie und Hochrechnung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zufolge sind von insgesamt 82,2 Millionen Einwohnern zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige* – schon seit Jahrzehnten bei gleichzeitiger Bewahrung ihrer Kultur friedlich mit vielen anderen Religionsrichtungen zusammenleben. Und das ist gut so.

Es bleibt die Erkenntnis: Menschen können nicht nur Gutes, sondern auch Böses tun. Das hat allerdings – so zeigt uns die Gegenwart und so zeigt es uns auch die Geschichte – sehr wenig mit der ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, der Nation oder der Religionszugehörigkeit zu tun. Es ist der Mensch selbst, der aus eigenem Antrieb oder durch Anstiftung aktiv wird. Die steigenden Terrorangriffe der Rechtsradikalen und der radikalen Terrorgruppen, die den Islam missbrauchen, zeigen das deutlich.

In Seligenstadt mit seiner christlich geprägten Geschichte leben viele Religionen friedlich zusammen. Seit Jahren haben wir eine Moschee in unserer Stadt und eine ganze Reihe von Kirchen. Viele Seligenstädter gehören auch gar keiner Kirche an. Und es funktioniert: ohne Angst, friedlich, gesittet, mit gegenseitigem Respekt. Und das soll auch so bleiben.

Seit Jahren beteiligt sich die Ahmadiyya Gemeinde in Seligenstadt am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt. Viele ihrer Mitglieder kennen wir. Mit Veranstaltungen und einer offenen Moschee, mit Ausstellungen und Wohltätigkeitsveranstaltungen sind sie zu einem wichtigen Teil unserer Stadt geworden. Auch in der Flüchtlingshilfe sind sie ein zuverlässiger Partner.

Geflüchtete und Vertreter der Seligenstädter Moschee treffen sich mit Christen und Nichtchristen im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche in Seligenstadt und ermöglichen so allen Seligenstädter Bürgerinnen und Bürger das Erleben kultureller Vielfalt und das gegenseitige Kennenlernen. Auf diese Weise kann jeder zum „Experten“ werden und zukünftig mitreden, denn durch das Selbst-Kennenlernen gewinnt man die beste Erkenntnis und ist nicht auf – wie auch immer motivierte – Meinungsmacher und Vorsager angewiesen.

Sorgen Sie durch ihre Neugier mit dafür, dass in unserem Städtchen das friedliche Miteinander und die Beibehaltung der eigenen Kultur, von Fasching bis zum Freitagsgebet, weiterhin friedlich funktioniert. Sie sind herzlich eingeladen.“

Gegenseitiges Kennenlernen und Zeit für Gespräche sowie Spiel und Spaß – dafür stand auch dieses Mal das Begegnungscafé des AK Willkommen. Es gab Spiel- und Kreativangebote, Musik und einen Infobereich. Eingeladen sind zu den Begegnungscafés stets alteingesessene und neue Einwohner Seligenstadts, Menschen im Asylverfahren und Menschen, die eine oder noch keine Anerkennung haben, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie alle, denen die Situation der Flüchtlinge am Herzen liegt.

* Quelle: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/WorkingPapers/wp71-zahl-muslime-deutschland.html?nn=1362958

 

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9. Januar 2017: Spende der Stiftung "Miteinander leben"

Die Stiftung „Miteinander Leben“ unterstützt die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Seligenstadt in ihrem Engagement für Flüchtlinge. Landrat Oliver Quilling, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung „Miteinander Leben“, hat am Montag einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an Pfarrer Holger Allmenröder überreicht...
http://primavera24.de...

 

22. Dezember 2016: "Fünf Minuten für den Frieden"

Schweigeminuten, die ein Zeichen setzen: Am Freitag, 22. Dezember, versammelten sich annähernd 200 Seligenstädter vor dem Rathaus zu einer eindrucksvollen, spontanen, "stummen Demonstration" für den Frieden. Initiiert hatte diese Aktion der ehemalige Vorsitzende des Seligenstädter Ausländerbeirates, Ergrün Kumcu.

In den Gesprächen der Teilnehmer danach wurde deutlich, dass die wahlpolitisch geschürte Angstmacherei viele abstößt. Gerade jetzt gilt es zu verdeutlichen: Wir haben 71 Jahre Frieden in der EU, das gab es noch nie in Europa. Und wir wollen eine Gesellschaft in Frieden und Respekt weiterentwickeln. In Seligenstadt gibt es viele, die Gesicht zeigen und sich nicht virtuell hinter Facebook verstecken. Eine Aktion, die Mut macht!


Fotos: AK Willkommen

 

17. Dezember 2016: Das 13. Begegnungscafé

Impressionen vom Begegnungscafé am 17. Dezember im Evangelischen Gemeindezentrum Seligenstadt:


Fotos: AK Willkommen
  

 

16. Dezember 2016: Schulung "Fit für den Rechtsstaat"

"Fit für den Rechtsstaat" so heißt eine Schulungsreihe, die am Freitag, 16. Dezember im FLIDUM gestartet ist. Direktor Ulrich Wetzel vom Amtsgericht Seligenstadt war als Dozent gekommen, um die interessierten Geflüchteten über die wesentlichen Bausteine unseres Rechtsstaats zu informieren. Die Teilnehmer zeigten lebhaftes Interesse und stellten viele Fragen. In sechs Unterrichtsstunden erhalten die Geflüchteten Informationen über

  • Demokratie und Rechtsstaat
  • Justiz und Polizei
  • Zivilrecht
  • Strafrecht
  • Familienrecht
  • Bürger und Staat
  • Verwaltungsrecht


Direktor Ulrich Wetzel leitete die erste Schulungsveranstaltung im FLIDUM
Foto: AK Willkommen

Unterstützt wird die Aktion vom Hessischen Justizministerium. In Seligenstadt erhalten die Geflüchteten den Unterricht im FLIDUM, von zwei Richtern des Amtsgerichtes Seligenstadt als ehrenamtlichen Beitrag zur Förderung der Integration. Weitere Kurse für die verschiedenen Nationalitäten folgen im kommenden Jahr.

 

24. November 2016: "Wir brauchen Lösungen, die zum Problem passen!" - Vollversammlung
Seine 3. Vollversammlung seit Gründung der privaten Initiative im November 2014 veranstaltete der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt – Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen am 24. November im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Vor zwei Jahren hatten Bürgerinnen und Bürger Seligenstadts den Arbeitskreis als private Initiative ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Vollversammlung standen die Bestandsaufnahme des bisher Erreichten sowie die Weiterentwicklung der Ziele: Willkommenskultur, Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenwirken aller Beteiligten.

53 aktive Helferinnen und Helfer waren es im Herbst 2014, 231 im Herbst 2015 – 278 sind es heute. Nach wie vor sind Hilfs- und Spendenbereitschaft hoch. Mit FUNDUS, Internationalem Begegnungscafé, Sport, Arbeit, Homepage, Facebook und FLIDUM hat der AK Willkommen nachhaltige feste Strukturen geschaffen. Der Arbeitskreis hat sich als kompetenter Ansprechpartner etabliert und ist über das Stadtgebiet hinaus anerkannt.


Zur aktuellen Situation sagte Koordinator Burkard Müller: 
„Die Umsetzung unserer Ziele erfordert hohe Flexibilität. Die sensiblen Fragen ´Wie gelingt Integration?` und Wie geht die Gesellschaft mit der Flüchtlingsfrage um?` sind im gesellschaftlichen Fokus. Es gilt, Vorbehalte zu klären, noch mehr Transparenz auf allen Ebenen zu fördern, sich auf den geänderten Zuzug der Geflüchteten einzustellen, neue Wege und Anforderungen in die bestehenden Strukturen einzufügen. Familien­zusammenführung, Ausbildung und Arbeitsuche, private Unterkünfte, Sicherheitsfragen werden Schwerpunkte bei der Zuführung in das gesellschaftliche Leben. Sprache ist und bleibt das Kernelement und fordert qualitative Steigerungen.

Noch klappt vieles nicht reibungslos. Behördliche Zuständigkeiten und tatsächliche Problemlösungsansätze stehen sich aufgrund widersprüchlicher Regelungstatbestände im Weg. Der Energieabzug erzeugt "Helferfrust" und bedarf dringender Lösungen, die auch zum Problem passen. Ein gemeinsamer Konsens aller Bevölkerungsgruppen im gegenseitigen respektvollen Diskurs über religiöse Fragen, Kultur, Bildungsbelange und tatsächliche Zugänge zum gesellschaftlichen Leben ist voranzutreiben, um Ängste, Vorbehalte und Vereinnahmungen durch Zweckentfremdung Begriffe über unsere Werte zu klären. Es gilt, mit Blick auf Integration in unserer Stadt eine gemeinsame konkrete Agenda 2017 zu vereinbaren und sie transparent und nachvollziehbar umzusetzen.“

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian betonte in seinem Grußwort, dass die Integration der geflüchteten Menschen zunehmend wichtiger werde. Nun sei Konzeptarbeit gefordert. „Das bereits Erreichte in Seligenstadt ist vorbildlich und sucht seinesgleichen“, lobte Bastian das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Seligenstadt. Das Begegnungs- und Sprachzentrum FLIDUM sei ein Vorzeigemodell, die Sprachförderung außerordentlich erfolgreich, der Mietkostenzuschuss der Stadt daher sehr gut angelegt. Die Anforderungen der Zukunft würden nicht kleiner: Der Familiennachzug werde sicher noch ein Thema. „Lösungen gelingen nicht immer“, sagte der Bürgermeister weiter, manche Regelungen passten nicht zur Situation. Wichtig sei – gerade im bevorstehenden Wahljahr – ein transparenter Umgang mit dem Thema. Informationsveranstaltungen, wie es sie kürzlich in Klein-Welzheim gegeben hat, möchte er auch in anderen Stadtteilen fortführen. Mit seiner Unterstützung könne der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt in jedem Fall rechnen.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Dr. Richard Georgi bedankte sich bei den Helferinnen und Helfern des AK Willkommen und bat um die Fortsetzung ihrer Arbeit. Die Unterstützung durch die Ehrenamtlichen sei ein wichtiger Baustein bei den Aufgaben, die in Seligenstadt mit Blick auf die geflüchteten Menschen zu bewältigen sind.

Informieren, aktivieren, kommunizieren

Im Anschluss an die Grußworte stellten Ehrenamtliche aus den Reihen des AK Willkommen vor, was in den einzelnen Sparten der Initiative geleistet wurde und für die nahe Zukunft geplant ist. Das Aufgabenspektrum der im AK Willkommen engagierten Helferinnen und Helfer ist groß, das von den Ehrenamtlichen geleistete Zeitkontingent enorm. In allen Sparten des Arbeitskreises sind weitere Helfer und Helferinnen willkommen, zum Beispiel Fachleute aus unterschiedlichen Berufsfeldern, an Kunst- und Kulturevents Interessierte sowie Menschen, die Kurzberichte über Veranstaltungen schreiben. Über Ideen und Anregungen freuen sich die Ehrenamtlichen jederzeit.


Das Team der Event-Gruppe organisiert regelmäßige Begegnungscafés, außer­ordentliche Feste und Sportveranstaltungen. Nach Möglichkeit soll jeden Monat ein internationales Café stattfinden. Im Vordergrund steht die gegenseitige Kommunikation mit den Geflüchteten, aber auch der Helferinnen und Helfer untereinander; außerdem der kulturelle Austausch durch das Vorstellen internationaler Gerichte, Tänze und Musikrichtungen. Kreatives Schaffen an Mal- und Basteltischen sowie Spiel- und Sportangebote laden die Cafébesucher stets zum Mitmachen ein. Das Begegnungscafé wird von Einheimischen, Interessierten, ehrenamtlichen Helfern und den geflüchteten Menschen gerne besucht. Zukünftig sollen Geflüchtete darin bestärkt werden, sich selbst durch Beiträge oder Fähigkeiten in das Café oder andere Veranstaltungen einzubringen, z.B. durch künstlerische Vorführungen oder Vorträge über ihre Herkunftsländer, um so die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern. Ortsansässige Vereine und Organisationen in und um Seligenstadt sollen stärker in das Café einbezogen werden, um den geflüchteten Menschen auch über diesen Weg Integrationsmöglichkeiten bieten zu können.

 
Stichwort Sprache: Was im Oktober 2015 mit sechs Sprachkursen für Neuankömmlinge, einem Alpha-Kurs und einem Kurs für Fortgeschrittene mit 53 Lehrkräften und Praxispaten begann, hat sich stetig weiterentwickelt. Anfang 2016 führte das Sprach-Team des AK Willkommen ein großes Screening durch, um die Sprachfähigkeiten der Geflüchteten einschätzen und in die entsprechenden Kurse einteilen zu können. Im Juni zogen alle Deutschkurse in das neue Kommunikations- und Begegnungszentrum FLIDUM in der Kolpingstraße um: Endlich ist seitdem ein zentraler Standort für die Unterrichtsaktivitäten gegeben – mit mehreren Kursräumen, entsprechender technischer Ausstattung und Lagermöglichkeiten für Unterrichtsmaterial. Derzeit laufen 10 Kurse auf A1-Niveau sowie drei Alpha-Kurse, ein Konservationskurs und ein Berufsvorbereitungskurs. 157 Schüler sind auf diese Kurse verteilt. Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr können neue Schüler zum Screening kommen, um danach einem für sie passenden Sprachkurs zugewiesen zu werden. Der Unterrichtsbedarf hat sich verändert: Die bestehenden Kurse haben ihr Sprachniveau erhöht. Viele Geflüchtete haben Arbeit gefunden oder sind auf der Suche nach Arbeit – das soll zukünftig auch im Unterricht stärkere Berücksichtigung finden.

Öffentlichkeitsarbeit – ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet angesichts differenter Meinungen, vielfältiger Kommunikationskanäle und zahlreicher Aktivitäten, über die es nach Möglichkeit in Text und Bild zu informieren gilt. Höhepunkt des Jahres 2016 war die Eröffnung von FLIDUM mit Besuch von Staatsminister Stefan Grüttner. Die seit Mai 2015 bestehende, fast täglich aktualisierte Homepage des AK Willkommen dient als Kommunikations- und Informationsportal. Im März 2016 ging zudem die Facebook-Seite online. Ein Infoflyer zu Hintergrund, Zielsetzung und Aktivitäten des Arbeits­kreises liegt seit September 2016 vor. Die Teilnahme an zwei Ausschreibungen war von Erfolg gekrönt: Der AK Willkommen ist Preisträger der dm-Initiative HelferHerzen 2016, Region Hessischer Untermain und am 5. Dezember wird Burkard Müller in der Kategorie Alltagshelden den 2. Preis des Deutschen Bürgerpreises entgegennehmen.
Fotos: AK Willkommen

 

1. November 2016. Infoabend mit IHK und Handwerkskammer
Die Sparte Arbeit des AK Willkommen in Seligenstadt hatte zusammen mit den Mainhäuser und Hainburger Ehrenamtlichen für den 1. November zu einem Informationsabend rund um das Thema Ausbildung geladen – und viele Interessierte nahmen dieses Informationsangebot an.

60 Teilnehmer waren in das Sprach- und Begegnungszentrum FLIDUM gekommen, um sich über die Programme zur Förderung der Ausbildung für Geflüchtete von IHK und Kreishandwerkerschaft zu informieren. Uwe Czupalla von der Kreishandwerkerschaft und Jana Maria Kühnl von der IHK Offenbach stellten ihre Möglichkeiten vor. Daran schloss sich eine lebhafte Frage- und Diskussionsstunde an. 

Fotos: AK Willkommen

Schnell kristallisierte sich heraus, dass viele Geflüchtete hoch motiviert sind, eine Ausbildung zu absolvieren. Genauso schnell wurde aber auch klar, dass eine fehlende Vorbildung und mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache vielen von ihnen den Zugang zu einer Ausbildung sehr erschweren, zum Teil sogar unmöglich machen. Hier besteht erheblicher Nachholbedarf seitens der Politik, um dieses Potenzial auch für die heimische Wirtschaft erschließen zu können. Das Dilemma: Einerseits möchte man den Geflüchteten Perspektiven eröffnen und ihnen aufzeigen, was durch eine Ausbildung alles möglich ist, zumal große Nachfrage gerade in unserer Region besteht – andererseits stellen unzureichende Sprachunterstützung, eine offene Bleibeperspektive und gesetzliche Erschwernisse hohe Hürden dar. Vor allem Menschen aus Ländern mit schlechter Bleibeperspektive wird der staatliche Deutschunterricht verwehrt.

Übersichten zur Beschäftigung und Ausbildung von Aslybewerbern und Geduldeten (Flüchtlingsrat Bayern)

Unstrittig war und ist, dass das Erlernen der deutschen Sprache eine der wesentlichen Grundlagen für die Ausbildung bedeutet. Auch während der Ausbildung muss eine sprachliche Betreuung erfolgen. Im Seligenstädter FLIDUversuchen die ehrenamtlichen Sprachhelfer, die mangelnde staatliche Unterstützung auszugleichen.

 

24. Oktober 2016: Taschen statt Tüten
Ein Gebühr für Plastiktüten? Nadine Nitsche, Inhaberin der Seligenstädter Buchhandlung geschichten*reich, hatte eine viel bessere Idee: Sie wollte im Laden eine Tasche einführen, die längerfristig nachhaltig ist. Auch Papiertüten sind ökologisch gesehen nicht ideal, wenn sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Nadine Nitsche kam der Gedanke, Baumwolltaschen über ein Pfandsystem anzubieten.

Mit dem AK Willkommen in Seligenstadt steht sie bereits seit letztem Herbst eng in Verbindung. Das geschichten*reich war beispielsweise Gastgeber einer Diskussionsrunde, des "Club Integration". AK-Koordinator Burkard Müller berichtete der Buchhändlerin von der Nähwerkstatt des AK Willkommen in Seligenstadt. Sie wird meist von Frauen genutzt, um eigene Kleider anzufertigen. Kleine Projekte und Kurse werden unter Anleitung ehrenamtlicher Helfer realisiert. Im Sachmittellager Fundus stehen dazu Nähmaschinen bereit sowie Stoffe, die als Spenden eingegangen sind.

Nach Rücksprache mit Claudia Hartl, die den Fundus betreut, wurde ein erster Besprechungstermin vereinbart: Dabei waren auch zwei aus Pakistan und Afghanistan geflüchtete Schneider: Khal Jan und Mazar Iqbal. Sie begannen ab September 2016, mit Hilfe der ehrenamtlichen Helferinnen Natascha Passlack, Birgit Miebach und Annette Schneider, Taschen für das geschichten*reich zu nähen.

   
Fotos: AK Willkommen

Nach sechs Abenden ist nun das Ergebnis zu sehen: Wunderschöne Taschen für klein & groß sind entstanden. Die großen Taschen können für je 5 €, die kleinen für 4 € im geschichten*reich erworben werden. 1 € aus dem Verkauf geht als direkte Spende an den AK Willkommen in Seligenstadt; 4 bzw. 3 € sind als Pfand gedacht. Wer also seine Tasche wiederbringt, bekommt sein Geld zurück.

Am Montag, 24. Oktober um 17 Uhr findet im Rahmen eines kleinen Dankeschön-Events die offizielle Übergabe der Taschen in der Buchhandlung statt. 

 

22. Oktober 2016: Begegnungscafé & Klavierkonzert
Ein ganz besonderes Klavierkonzert veranstaltet der AK Willkommen am Samstag, dem 22. Oktober, ab 17.30 Uhr: Der Pianist und Friedensaktivist Aeham Ahmad ist international bekannt geworden durch sein Klavierspiel inmitten der Trümmer des umkämpften Palästinenser-Lagers Jarmuk bei Damaskus. Mit Beethoven, Bach und Mozart sowie Jazz und vielen selbst geschriebenen Stücken schenkte er den Menschen in seiner Heimat ein wenig Freude. Er spielte gegen den Terror, musste jedoch fliehen, nachdem IS-Dschihadisten sein Klavier zerstörten.


Foto: Niraz Saied

www.zdf.de/ZDFmediathek...
Beitrag "Pianist aus den Trümmern"

Seit Aeham Ahmad im September 2015 in Deutschland angekommen ist, hat er über 200 Benefizkonzerte gegeben. Aeham Ahmad wurde am 18. Dezember 2015 mit dem 1. Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte in Bonn ausgezeichnet. Das Klavierkonzert in Seligenstadt kostet keinen Eintritt. Um eine Spende wird gebeten.

Wir freuen uns auf das Konzert und auf das vorher stattfindende

11. Begegnungscafé:
Akrobatisch und musikalisch talentierte Gäste aus Costa Rica beehren das Begegnungscafé des AK Willkommen in Seligenstadt am Samstag, 22. Oktober von 15 bis 17 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Jahnstraße 24 mit ihrem Besuch. Es sind drei jugendliche Mitglieder der Zirkusgruppe „Circo FantazzTico“: Sie kommen anlässlich des 10. Geburtstags des Seligenstädter Weltladens an den Main. Der Weltladen Seligenstadt unterhält Kontakte zur „Finca Sonador“, einem Hilfsprojekt für Bürgerkriegsflüchtlinge und landlose Menschen. Dort wurde der Circo FantazzTico als Kinder- und Jugendzirkus-Projekt ins Leben gerufen. Durch das Training mit Jonglierbällen, Diabolos, Einrädern und Keulen fördert das Projekt bei Kindern in Costa Rica Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist. Dem Begegnungscafé folgt eine halbstündige Umbaupause zur Vorbereitung des Klavierkonzerts.


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Pressemeldung des AK Willkommen 

 

11. Oktober 2016: Infoabend zur Flüchtlingssituation in Klein-Welzheim
Zu einer Informationsveranstaltung über die Situation der Flüchtlinge hatte die Katholische Pfarrgemeinde für den 11. Oktober geladen – und viele interessierte Teilnehmer kamen. Die Moderation übernahm Heinz Seipel, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Im vollbesetzten Saal bilanzierte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian die aktuelle Situation in Seligenstadt. Das Kommen zahlreicher Flüchtlinge vor allem im Jahr 2015 stellte die Gemeinde vor erhebliche Anforderungen, zum Beispiel bei der Bereitstellung entsprechender Unterkünfte. Nun hat sich die Situation beruhigt. Insgesamt leben in Seligenstadt 325 geflüchtete Menschen. Im Ortsteil Klein-Welzheim stehen 44 Plätze in Unterkünften zur Verfügung: Sie sind derzeit belegt mit 7 Kindern und 32 Erwachsenen (17 Männern und 15 Frauen). Aus Afghanistan kommen die meisten geflüchteten Menschen in Seligenstadt (über 40 %), danach folgen die Herkunftsländer Syrien und Eritrea.

Die Integration nimmt in Seligenstadt einen guten Verlauf. Das ist vor allem den vielen ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürgern in Seligenstadt zu verdanken. Sie leisten im AK Willkommen mit Fundus, FLIDUM, Veranstaltungen, Sportangeboten und Hilfestellung zur Arbeitsfindung vorbildliche Arbeit, die die Gemeinde alleine so nicht darstellen kann. Die sozialpädagoische Betreuung der Geflüchteten ist eine Aufgabe, die dem Kreis Offenbach obliegt. Er hat diese Aufgabe im Kreis durch Verträge an verschiedene Träger der freien Wohlfahrtsverbände delegiert. Christa Gehring, Bereichsleiterin der Caritas im Kreis Offenbach, erläuterte das breite Aufgabenspektrum ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wies aber auch auf die Beschränkungen hin, die sich bei einem Betreuungsschlüssel von 1:100 ergeben. 

Einen eindrucksvollen Bericht von ihrer konkreten Helfertätigkeit gaben Marlies, Hauspatin in Klein-Welzheim und Ahmed aus Syrien, der seit zwei Jahren in Klein-Welzheim wohnt und einen Ausbildungsplatz als Werkzeugmacher in einem Seligenstädter Unternehmen gefunden hat. Beide sind in Klein-Welzheim zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen des AK Willkommen täglich aktiv. In der anschließenden Diskussionsrunde überwogen die Fragen, was gegen Fremdenfeindlichkeit getan wird, wie sich die Situation am Wohnungsmarkt darstellt, wie der Umgang bei Abschiebungen ist und wie jeder selbst zur Integration der geflüchteten Menschen beitragen kann.

Aus Sicht des AK Willkommen war es eine gute und wichtige Veranstaltung. Neue  Helferinnen und Helfer meldeten sich; bei weiteren wurde Interesse geweckt. Die sachliche Diskussion, die Vielzahl der Besucher und die qualifizierten Fragen bestätigen den AK in seiner Auffassung, dass weitere dieser Veranstaltungen bestens geeignet sind, um die anstehenden Aufgaben miteinander zu besprechen. Gern wären die Referenten des Abends auch auf Fragen von Besuchern eingegangen, die geflüchteten Menschen eher kritisch bis ablehnend gegenüberstehen – Fragen dieser Art kamen jedoch nicht.

Große Einigkeit bestand darin, die Aktivitäten des Spracherwerbs durch FLIDUM und die vielfältigen Begegnungen nachhaltig zu stützen und auszubauen. Die Seligenstädter haben gezeigt, dass sie mit dem Flüchtlingsthema gut umgehen können; die anwesenden Stadtverordneten von FDP, SPD und den Grünen konnten an diesem Abend miterleben, wie positiv das wirken kann.

 

4. Oktober 2016: Informations- und Koordinationstreffen Arbeitswelt
Zum ersten Informations- und Koordinationstreffen hatte der Arbeitskreis Arbeit (AK Arbeit) im Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt (AK Willkommen) für den 4. Oktober 2016 eingeladen. Teilnehmer waren ehrenamtliche Deutschlehrer, ehrenamtliche Hauspaten sowie weitere ehrenamtliche Helfer aus Seligenstadt und aus benachbarten Kommunen.

 
Fotos: AK Willkommen

In dem Treffen ging es um die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Förderung der Integration von Geflüchteten in die Arbeitswelt. Die Mitglieder der AK Arbeit Claudia Herrmann, Winfried Korb und Jürgen Schneider nannten als Ziele für das Treffen die Verbreiterung des Wissens über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Wege sowie die Verbesserung des Zusammenspiels aller Beteiligten.

Zunächst wurden einige Rahmenbedingungen zur beruflichen Integration erläutert und diskutiert. Anerkannte Asylanten haben freien Zugang zum Arbeitsmarkt ab dem Tag ihrer Anerkennung. Asylsuchende und Geduldete können ab dem 4. Aufenthaltsmonat mit Genehmigung der Ausländerbehörde einen Arbeitsvertag oder einen Berufsausbildungsvertrag abschließen. Die Vorrangprüfung durch die Bundesanstalt für Arbeit (BA) entfällt; Ausnahmen sind die Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Für die Genehmigung der Arbeitsaufnahme sind beim Arbeitsmarktbüro in Dietzenbach der Antrag auf Arbeitserlaubnis (Formular) und eine Stellebeschreibung (Formular) einzureichen. Der Genehmigungsprozess dauert derzeit 4 bis 6 Wochen. In vielen Fällen lässt sich die Wartezeit durch unbezahlte Praktika überbrücken. In Seligenstadt wurden inzwischen mehrere Asylbewerber an interessierte Arbeitgeber vermittelt.

Präsentation zum 1. Informations- und Koordinationstreffen Arbeitswelt

Die Mitglieder des AK Arbeit berichteten über Missverständnisse der Geflüchteten bei der Annäherung an den Arbeitsmarkt in Deutschland sowie von ihren Erfahrungen bei der oft sehr unterschiedlichen Bewertung von Vorqualifikationen. In der Diskussion wurde von mehreren Teilnehmern angeregt, nicht nur im Deutschunterricht und in speziellen Kursen theoretische Kenntnisse über Berufe und Arbeitsmarkt zu vermitteln, sondern dies auch durch praktische Erkundungen zu unterstützen. Angeregt wurde zudem die Nutzung vorhandener Videos zur Erklärung von Berufsbildern.

Dass die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt in Deutschland ein sehr langwieriger Prozess sein kann, betonten mehrere Teilnehmer in der Diskussion. Deshalb wurde vorgeschlagen, die Zusammenarbeit innerhalb des AK Willkommen effizienter zu gestalten, um die an der Arbeitsaufnahme interessierten Geflüchteten besser begleiten zu können. Der AK Arbeit sagte zu, einen entsprechenden Vorschlag auszuarbeiten. Zudem wird der AK Arbeit einen Wissens- und Informationspool zum Thema aufbauen und zur Verfügung stellen.

Abschließend informierte der AK Arbeit über die aktuell geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten, die teilweise in Kooperation mit dem Arbeitsmarktbüro, der IHK und der Handwerkskammer (HWK) stattfinden. Alle Termine gibt der AK Willkommen auch im Eventkalender auf seiner Homepage bekannt. Kontaktadresse für Rückfragen: arbeit(at)ak-willkommen(dot)org 

Die immense Bedeutung von Teilhabe am Arbeitsleben für den Integrationsprozess der Geflüchteten steht außer Frage. Unser gesamtes Gemeinwesen ist darauf aufgebaut, durch Teilnahme am Arbeitsprozeß gegen Entgelt Werte zu erzeugen.

Dieser Wertschöpfungsprozess finanziert unseren Staat, unsere Ernährung, unsere Freizeit, unsere Rente – letzten Endes alles. Wer daran teilnimmt, für den ist es leichter, sich in der Gemeinschaft zu identifizieren und in ihr akzeptiert zu werden. Im Vergleich zu vielen Staaten der Erde funktioniert die deutsche Wirtschaft gut.

Sie hat derzeit einen großen Bedarf an Fachkräften und bietet viele unbesetzte Ausbildungslätze. Auch gibt es positive Erfahrungsberichte über Geflüchtete, die sich mit großem Engagement in ihren Firmen bewährt haben. Das sind Faktoren, die gute Integrationschancen für Geflüchtete bieten.


24. September 2016: Charity Walk und Stadtteilfest
Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Daniell Bastian fand in Seligenstadt am Samstag, 24. September der Charity Walk der Ahmadiyya Gemeinde statt. Zahlreiche Läufer und Fans waren vor Ort. Der Erlös der Veranstaltung kam dem AK Willkommen in Seligenstadt Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen zugute.

Souverän bewährten sich die Teilnehmer des AK Willkommen: Geflüchtete und Helfer. Bei den Männer räumten sie alle 1. Plätze ab, bei den Frauen erreichen sie den 2. Platz. Die Ahmadiyya Gemeinde Seligenstadt führte den Charity Walk zum zweiten Mal durch; er soll zukünftig regelmäßig stattfinden. 

 
Siegerehrung bei den Frauen


Siegerehrung bei den Männern


Scheckübergabe

Matthias Eiles, Sportcoach im AK Willkommen

Schon im Jahr 2015 hat die Gemeinde die Seligenstädter Flüchtlingshilfe mit einer Spende von 5.000 € für den Sprachunterricht gefördert, in diesem Jahr kamen weitere 5.000 € dazu. Damit leistet die Gemeinde einen vorbildlichen Beitrag zur Förderung der Integration in Seligenstadt, wie Bürgermeister Dr. Bastian und Burkard Müller vom AK Willkommen betonten. Gerade für Geflüchtete in Seligenstadt, die keine staatliche Unterstützung bei qualifiziertem Spracherwerb erhalten immerhin sind das 54% der erwachsenen Geflüchteten ist die Unterstützung der Zivilgesellschaft gefordert. Die Spenden dienen der Finanzierung des Deutschunterrichts im Kommunikationszentrum FLIDUM.

Gleichzeitig fand ein paar hundert Meter weiter das Stadtteilfest Niederfeld statt. Auch hier waren die Helferinnen des AK Willkommen im Einsatz. Eine Bastelecke für Kinder bereicherte das Angebot. Der 24. September war ein guter Tag für Begegnungen – der AK Willkommen hofft auf viele weitere Veranstaltungen dieser Art.

24. September 2016: Bastelspaß beim Stadtteilfest im Niederfeld
Das diesjährige Stadtteilfest im Niederfeld am 24. September bereicherten drei ehrenamtliche Helferinnen des AK Willkommen durch ein buntes Bastelangebot für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund:


Foto: Stadt Seligenstadt 

 

23. September 2016: 100 Tage FLIDUM
Am 23. September 2016 bestand FLIDUM 100 Tage nach der offiziellen Eröffnung. Die Stadt Seligenstadt hat dazu eine Pressemeldung veröffentlicht:
www.seligenstadt.de...

FLIDUM ist noch besser angelaufen, als es sich der AK Willkommen gedacht hat: Über 90 % der möglichen Schülerinnen und Schüler sind im FLIDUM  etabliert. Auch die anderen Integrationsfelder haben sich durch FLIDUM weiterentwickelt. Die Annahme dieser Einrichtung durch die geflüchteten Menschen in Seligenstadt ist sehr hoch.

Der Einsatz vieler Helferinnen und Helfer hat dazu beigetragen. Vielen Dank. Durch die starke Inanspruchnahme kann der AK Willkommen weitere Hilfe gebrauchen.

Wer will noch mit einsteigen:
Beim Sprachunterricht?
Bei Unterstützerkursen?
Beim Einzelunterricht?
Bei PC-Kursen oder Hilfestellung?
Bei der Gruppe Arbeit und Ausbildung?
Im Bürodienst?

Das persönliche Zeitkontingent und die passende Uhrzeit können in vielen Fällen berücksichtigt werden.
Bitte melden unter kontakt(at)ak-willkommen(dot)org.

 
17. September 2016: Tag der offenen Tür und 10. Begegnungscafé
Bereits zum zehnten Mal veranstaltete der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt das internationale Begegnungscafé, um den Bürgerinnen und Bürgern Seligenstadts das persönliche Kennenlernen geflüchteter Menschen aus unterschiedlichen Ländern zu ermöglichen. Überschattet war das Jubiläumscafé von der drohenden Abschiebung einer aus Albanien geflüchteten Roma-Familie, die in Seligenstadt bereits gut integriert ist. Spontan formierten sich viele Besucher des Begegnungscafés zu einem Gruppenfoto, um ihrem Protest gegen die Abschiebung Ausdruck zu verleihen.


Foto: Bassam Darawcheh (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Vater Elvis Dako (Bildmitte, stehend, im grauen Pullover), seiner 4-jährige Tochter Paula (etwas verdeckt im grünen Pullover links daneben) sowie Mutter Manuela, der 10-jährigen Kristina und dem wenige Monate alten Baby droht in Albanien ein entbehrungsreiches, hartes Leben in Armut: „Zu wissen, dass unsere Freunde in Tirana vom Müll leben und auf der Straße leben müssen, keine ärztliche Versorgung haben und dass ihnen Gewalterfahrungen drohen, wie sie sie in Albanien bereits früher erleben mussten, macht uns betroffen. Dass Albanien dennoch als sicheres Herkunftsland gilt, ist schwer nachvollziehbar“, sagt Burkard Müller, Koordinator des AK Willkommen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben die Familie als sympathische, ehrliche und fleißige Menschen kennen und schätzen gelernt, die sich auch um vielfältige Arbeiten im AK Willkommen verdient gemacht haben.


Fotos: Bassam Darawcheh


Foto: AK Willkommen

Vorausgegangen war dem Begegnungscafé ein Tag der offenen Tür: Der Fundus in Froschhausen und das seit Juni bestehende Sprach- und Begegnungszentrum FLIDUM (Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr) in der Seligenstädter Kolpingstraße standen offen zur Begehung und Besichtigung durch interessierte Besucher. Das für Offenheit und Transparenz stehende Angebot wurde rege genutzt.

 

13. September 2016: Landrat Oliver Quilling besucht FLIDUM
Vor Ort informierte sich Landrat Oliver Quilling am 13. September  im FLIDUM über den Sprachunterricht und das Integrationskonzept des AK Willkommen in Seligenstadt. Bei einem anschließenden Erfahrungsaustausch mit der Steuergruppe ging es um verschiedene Themenfelder: Sprache als Kernelement der Integration, Unterstützung der Geflüchteten bei der Ausbildungs-, Arbeitsplatz- und Wohnungssuche, Verzahnung der Integrationsleistungen des Kreises Offenbach und der ehrenamtlichen Aktivitäten sowie die Bedeutung der Zivilgesellschaft für eine erfolgreiche Integration.

Erfreulicherweise zeichnen sich eine Reihe positiver Entwicklungen ab, vor allem im Bereich Ausbildungsplätze und Arbeitsplatzfindung sowie der Weiterentwicklung der Sprachkursangebote. Offen angesprochen wurde an diesem Abend auch Bereiche und Sachverhalte, die noch nicht optimal laufen: Dabei ging es um Erfahrungen der Ehrenamtlichen vor Ort, behördliche Maßnahmen und Initiativen, bestehende Schwierigkeiten und Hemmnisse. Alle Diskussionsteilnehmer konnten aus ihrer Sicht berichten und damit die Verständnisebene erweitern. Aus diesem Dialog sind für alle Beteiligten Ansatzpunkte entstanden, was sich verbessern lässt.

Fazit: Im Kreis Offenbach ist die Integration auf einem guten Weg. Auch die Arbeit der Seligenstädter  hat so Landrat Quilling ein hohes Niveau erreicht. Er beglückwünschte die Seligenstädter zu FLIDUM, das ihn sehr beeindruckt hat. Der Abend endete mit einem Überblick über die Entwicklung der Flüchtlingszahlen im Kreis und der Zusicherung aller, weiterhin gemeinsam an der Integration zu arbeiten. Es war ein offener und konstruktiver Dialog.

 

September 2016: Sportaktivitäten in Seligenstadt
Der Kreis Offenbach hat einen Sportwegweiser für Flüchtlinge herausgegeben. Hier eine Übersicht über die Sportangebote für Flüchtlinge in Seligenstadt:

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Hinweise:

  • Die Schwimmkurse enden, sobald das Schwimmbad schließt.
  • Alle in Seligenstadt untergebrachten Flüchtlingskinder im Grundschulalter dürfen zudem das Angebot Fit KidSS der Turnerschaft 1822 in Hainburg, Klein-Krotzenburg, Jahnstraße 16 wahrnehmen: ab Samstag, 17. September, alle 14 Tage samstags von 16 bis 17.30 Uhr (außer in den Schulferien). Ansprechpartner ist Thomas Petzold, E-Mail: Thomas(dot)Petzold(at)tkk-1882(dot)de.

 

8. September 2016: FDP-Fraktion besuchte FLIDUM
Der AK Willkommen in Seligenstadt hat in seinen Schulungsräumen FLIDUM jeder Fraktion ein Zimmer gewidmet, auch um sie zu motivieren, sich vor Ort über die Integrationsfortschritte zu informieren.

Die FDP-Fraktion hat sich am 8. September vor Ort ein Bild der vorbildlichen Einrichtung gemacht und sich von Koordinator Burkard Müller über die aktuelle Situation zum Thema Sprache, Ausbildungsmöglichkeiten, Berufseinstieg und Wohnungssituation berichten lassen.
Quelle: https://www.facebook.com/FDP.Seligenstadt...

 

5. Juli 2016: Erstes Unternehmerforum "Flüchtlinge in Arbeit"
„Mir ist nicht bekannt, dass es im Kreis Offenbach bereits eine ähnliche Veranstaltung gegeben hat“: Carsten Müller, Sozialdezernent des Kreises Offenbach war voll des Lobes für die Initiatoren. Der Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt, der Arbeitskreis Asyl Hainburg und das Soziale Netzwerk Mainhausen hatten zum Unternehmerforum „Flüchtlinge in Arbeit“ am 5. Juli in das Rathaus in Seligenstadt eingeladen. Gekommen waren etwa 60 Gäste, darunter zahlreiche mittelständische Unternehmer und Industrievertreter aus der Region.

Dr. Daniell Bastian hob die Bedeutung des Unternehmerforums hervor

In der Begrüßung verwies Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian auf die kürzlich in den Medien publizierte Information, dass in den DAX-Konzernen erst 54 Flüchtlinge Arbeit gefunden hätten. Hier liege noch einiges im Argen. Deshalb sei ein Unternehmerforum „Flüchtlinge in Arbeit“, bei dem sich in der Region ansässige Unternehmen, Institutionen und Organisationen zu dem Thema austauschen können, so wichtig. Dass die Veranstaltung von den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern initiiert wurde, zeige einmal mehr deren Bedeutung.

Carsten Müller berichtete über die Flüchtlingssituation im Kreis Offenbach. Zwei Drittel der hier registrierten Flüchtlinge seien männlich und jung. Insgesamt schlummere hier ein großes Potenzial an zukünftigen Arbeitskräften, die es zu qualifizieren und zu gewinnen gelte. Er schloss mit der Mahnung: „Wir müssen aber auch investieren.“

Gut besucht war das Unternehmerforum am 5. Juli

Jana Kühnel von der IHK Offenbach stellte das von ihr betreute Projekt zur Integration der Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung vor: Im Zusammenwirken mit Mitgliedsfirmen werden interessierte Flüchtlinge auf Berufsausbildungen vorbereitet und an die Arbeitswelt herangeführt. Thomas Lippold, stellvertretender Kreishandwerksmeister und Dr. Bernd Curtius vom Projektträger KIZ Sinnova berichteten über ein ähnliches Projekt, das im Spätsommer bei der Kreishandwerkerschaft Offenbach starten wird. Das Besondere an diesem Projekt sei, dass es nicht ausschließlich auf Flüchtlinge ausgerichtet sei, sondern in den ausbildungsvorbereitenden Gruppen deutsche Bewerber und Flüchtlinge mische.

Die Aufgaben des Arbeitsmarktbüros, das von der Bundesagentur für Arbeit und der Kreisverwaltung als zentrale Koordinationsstelle für alle Asylbewerber, Asylanten und Geduldete eingerichtet wurde, erläuterte Lena Speckmann. Je nach Status und Aufenthaltsdauer gelten für Flüchtlinge unterschiedliche Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt. So ist Asylbewerbern in den ersten drei Monaten nach ihrer Ankunft und Registrierung jeglicher Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt. Nach dieser Zeit dürfen sie Arbeit aufnehmen, sofern die Ausländerbehörde die Arbeitserlaubnis erteilt hat und eine Vorrangprüfung für die betreffende Arbeitsstelle ergeben hat, dass auf dem regionalen Arbeitsmarkt kein bevorrechtigter EU-Arbeitnehmer als Bewerber für diese Stelle vorhanden ist. Wurde der Asylantrag positiv beschieden, hat der Asylant freien Zugang zum Arbeitsmarkt.

Ergänzend informierte Frau Speckmann über Fördermöglichkeiten für die Arbeitsintegration und die Vorbereitung auf Berufsausbildungen. Als erfolgreich für die Herstellung von Kontakten, den Abbau von Ängsten und die Erstinformation beschrieb sie die vom Arbeitsmarktbüro organsierten Job-Touren, bei denen Gruppen von circa 10 Flüchtlingen per Bus bis zu drei Betriebsbesuche durchführen und dort mit den Mitarbeitern in Kontakt kommen.

Höhepunkte des Unternehmerforums waren die Praxisberichte von Unternehmern und Firmenvertretern. So sagte Stefan Weitz, Inhaber eines bekannten Seligenstädter Elektroinstallationsbetriebes, dass er mit dem bei ihm beschäftigten Flüchtling nur positive Erfahrungen gemacht habe. „Manchmal muss man ein wenig mehr Aufmerksamkeit investieren, aber man bekommt so viel zurück.“ Sirri Haydar von der in Mainhausen ansässigen Firma HS Dienstleistungen berichtete von dem außerordentlichen Engagement der bei ihm beschäftigten Flüchtlinge. Und Stefan Stahlhut von der Firma Alfred Clouth Lackfabrik aus Offenbach sagte, alle 5 dort beschäftigten Flüchtlinge seien ein Gewinn für den Betrieb gewesen: „An ihrer Motivation könnten sich manche deutschen Mitarbeiter Scheibchen abschneiden“. Stahlhut weiter: „Wir sind ein Betrieb mit 200 Mitarbeitern und haben bereits 5 Flüchtlinge beschäftigt. Dieses Verhältnis sollte auch bei DAX-Konzernen Schule machen.“

 
Abdi Rahman aus Somalia mit seinem Paten Klaus Breitenbach

Auch die anwesenden Flüchtlinge schilderten aus ihrer Sicht die guten Erfahrungen, die sie in den Betrieben bisher sammeln konnten. Großen Beifall erntete Abdi Rahman aus Somalia, der vor kurzem an der Volkshochschule die Hauptschulprüfung bestanden hat. Er schilderte in fließendem Deutsch, dass er diesen Erfolg auch der Unterstützung durch seinen Paten Klaus Breitenbach vom Arbeitskreis Asyl Hainburg zu verdanken habe. Jetzt sei er auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Moderatoren der Veranstaltung, Marion Sehr vom Sozialen Netzwerk Mainhausen und Winfried Korb vom Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt, verabschiedeten die Teilnehmer mit der Aufforderung: “Trauen Sie sich. Das Ergebnis ist den Einsatz wert.“ 
Fotos: AK Willkommen


17. Juni 2016: FLIDUM ist offiziell eröffnet
FLIDUM heißt das neue Sprach-, Integrations- und Be­gegnungs­zentrum, das der „Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt“ gegründet hat. FLIDUM steht für „Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr“. Am 17. Juni wurde die neue Einrichtung in Anwesenheit von Sozial­minister Stefan Grüttner, Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, dem Landtags­abgeordneten und Sozialpolitischen Sprecher René Rock, dem Stadtverord­netenvorsteher Dr. Richard Georgi sowie zahlreichen Ehrengästen feierlich eröffnet.     

  

In weniger als einem Jahr ist aus einer Projektidee Wirklichkeit geworden. Sprache als Kernelement von Integration – darauf basiert das FLIDUM-Konzept. Mit den Räumlichkeiten in der Seligenstädter Kolpingstraße 36 – direkt über der Arbeitsagentur – hat der AK Willkommen ideale Gegebenheiten für das neue Sprach-, Integrations- und Begegnungs­zentrum gefunden. FLIDUM steht unter der Trägerschaft der Kath. Gemeinde St. Marien in Seligenstadt; sie hat die Räume angemietet.

„„FLIDUM ist eine sehr konkrete Maßnahme, um den Integrationsprozess in Seligenstadt gemeinsam erfolgreich zu leben und zu gestalten – mit Sprachunterricht und Sprachförderung als wichtigen Kernelementen,“ erklärte Burkard Müller, Koordinator des Arbeitskreises, „es soll ein Ort der Begegnung werden, an dem sich Flüchtlinge in direktem Kontakt zu Seligenstädter Bürgern orientieren und helfen lassen können – und das auf strukturierte Art und Weise. Wir freuen uns auf die Aufgaben, die uns hier erwarten und auf weitere Unterstützung vonseiten der Bevölkerung“.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Ehrenamtlichen in Seligenstadt: „Dieses Engagement  ist keineswegs selbstverständlich. FLIDUM ist die Krönung der Arbeit des AK Willkommen. Jetzt geht es darum, die Einrichtung dauerhaft zu etablieren und zu unterstützen. Viel Erfolg für die weitere Arbeit!“ 

Auch Landtagsabgeordneter René Rock lobte das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Seligenstadt, entrichtete Grüße von Landrat Oliver Quilling und stellte fest: „Politik ist immer auf dem Weg, nie am Ziel. Bürgerschaftliches Engagement ist das Herz der Integration. Bürokratie darf das nicht vergessen. Jetzt gilt es zusammen­zuhalten, wenn es um die Verstetigung des bisher Erreichten geht.“


Der junge Achat aus Afghanistan kam als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland. Er berichtete kurz von dem, was er in seinem Heimatland erlebt hat. In Seligenstadt fühlt er sich zum ersten Mal in seinem Leben sicher. Der 21-jährige Mutlaq aus Syrien ist seit 2 Jahren in Deutschland, spricht perfekt Englisch und schon sehr gut Deutsch. Er macht zur Zeit ein Praktikum und will Werkzeugmechaniker werden. Den beiden jungen Männern war anzumerken: Sie freuen sich, in Seligenstadt angekommen zu sein.

Staatsminister Stefan Grüttner bedankte sich zunächst für die Blumen, die ihm Teilnehmer an Sprachkursen des AK Willkommen überreicht hatten. „Niemand verlässt seine Heimat ohne Not“, sagte er dann vor ca. 60 Zuhörern. „Menschen brauchen Geborgenheit. Aber Helfen lässt sich nicht verordnen. Es geht um das Verstehen und um gegenseitiges Verständnis. Sprache ist die Basis für Integration. Die Politik kann die Rahmenbedingungen schaffen, in denen Integration möglich ist. Ohne das Engagement der Zivilgesellschaft geht es nicht. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bringen vielfältige Erfahrungen ein – Danke dafür! Dieses Engagement gilt es zu leben und am Leben zu erhalten.“

Sprachkoordinatorin Hanne Auer ergänzte als „Mutter“ von FLIDUM abschließend: „Ohne die Helferinnen und Helfer ginge es nicht auf diesem Niveau. Danke!“

Begrüßungsansprache von Burkard Müller
Entstehungsgeschichte von FLIDUM

Über Öffnungszeiten, Organisatorisches und mehr zum neuen Sprach- und Begegnungszentrum FLIDUM informieren übersichtliche Seiten auf Deutsch, Englisch und Dari. Die Infoblätter sind hier hinterlegt.

Fotos: AK Willkommen 

 

4. Juni 2016: Das "Rote Haus"-Fest
Als Anwohner habe ich mich gefreut, viele Nachbarn auf dem Sommerfest vor dem Roten Haus in Seligenstadt zu treffen. Seit einem Jahr leben wir jetzt gemeinsam in unserer "Ecke". Die gute und entspannte Stimmung auf dem Sommerfest entspricht auch dem täglichen Umgang. Wir kommen gut miteinander aus.

Hier zeigt sich einmal mehr: Die Bereitschaft der Bevölkerung, die Geflüchteten positiv aufzunehmen und bei der Integration zu unterstützen, wirkt sich sehr positiv aus. Viele der Flüchtlinge machen in den Deutschkursen mit oder sind als Helfer für die Neuen mit dabei. Integration ist keine Einbahnstraße. Beide Seiten müssen sie wollen und mitmachen.

Die "Bewirtung" der Nachbarn und Helfer war großartig: Mit viel Energie und Können wurde das größte "internationale Buffet" der Einhardstraße aufgetischt. Schon das und die vielen Freundschaften, die entstanden sind, die vielen Begegnungen zeigen Wirkung: So werden "Fremde" zu "Bekannten". Eine gelungene Aktion! Ein Dankeschön an alle, die mit ihrer Vorbereitung mitgeholfen haben - und vor allem an das Event-Team des AK Willkommen in Seligenstadt: Toll gemacht!

Burkard Müller

 

     

 Fotos: AK Willkommen

 

28. Mai 2016: Regelmäßiges Fußballtraining
"Sport von Geflüchteten für Geflüchtete" findet ab 28. Mai immer samstags von 19 bis 21 Uhr in der Merianhalle statt. Koordinator ist Matthias Eiles.  

 

23. Mai 2016: Buntes Sommerfest
Es war eine kleine Premiere: Erstmals fand das Begegnungscafé des AK Willkommen am 21. Mai im Nachbarschaftshaus statt, einer städtischen Einrichtung. Entspannte Sommerfest-Atmosphäre kennzeichnete das 8. Internationale Café. Syrien stand dieses Mal im Mittelpunkt.

Drinnen und draußen war viel Platz für ein entspanntes Miteinander: Syrische Meisterköchinnen und -köche tischten auf; ein großes Kuchenbuffet erwartete die Besucher und die bunt gemischte Gästeschar ließ sich die leckeren Spezialitäten schmecken. Im Freien gab es spannende Schachduelle für die Großen, Bastel- und Spielangebote unter dem Sonnenschirm für die Kleinen, Livemusik und Tanz. Fast wie griechischer Sirtaki mutete der Tanz an, den syrische Café-Besucher spontan präsentierten.

Und das Wetter spielte ebenfalls mit. „Ein sehr schönes Begegnungscafé“, meinte eine Besucherin, die zum zweiten Mal daran teilnahm. Dass im Klosterhof zur selben Zeit der Zunft- & Handwerkermarkt zahlreiche Besucher anlockte, war im und um das Nachbarschaftshaus nicht zu spüren. Ganz offensichtlich hat auch das Begegnungscafé eine große Fangemeinde.

 

Fotos: AK Willkommen

 

17. April 2016: Spiel und Spaß im Begegnungscafé
Außerordentlich gute Resonanz hatte das internationale Begegnungscafé am 16. April im Evangelischen Gemeindezentrum in Seligenstadt. Großen Anklang fanden die eritreischen Spezialitäten, aber auch das Spielangebot und das musikalische Programm. In fröhlicher, harmonischer Stimmung nutzten die zahlreichen Besucher die Gelegenheit zu Gesprächen mit Helferinnen und Helfern des Arbeitskreises, mit Flüchtlingen, Nachbarn und Freunden. Ein gelungener Nachmittag!

Fotos: AK Willkommen

 

April 2016: Zwillingsgeburtstag

 
Fotos: AK Willkommen

April 2016. Vor einem Jahr sorgten sie für große Aufregung ... am 2. April wurde im Freundes- und Helferkreis der erste Geburtstag der Zwillinge gefeiert. Für die eritreische Familie ist das Einjährige ein großes Fest. Eltern, Paten und die Kinder werden extra herausgeputzt. Auf dem Rücken wird ein Fladenbrot gebrochen, verbunden mit dem Wunsch, dass die Kinder in ihrem Leben nie hungern müssen. Das sind Geburtstagswünsche, wie wir sie nicht kennen.

Noch immer warten die beiden Kinder und die Eltern auf die Bearbeitung ihres Asylantrags. Der Vater will endlich als Koch hier arbeiten; in Eritrea hat er in einem italienischen Restaurant gearbeitet und das Probekochen für die Helfer mit Bravour bestanden. Wir wünschen den Zwillingen und ihrer Familie alles Gute, vor allem eine Welt und ein Leben ohne Not.

 

März 2016: Café Fußball Unterricht

Noch diskutieren die Politiker, was Flüchtlingen alles vorgeschrieben werden muss, damit Integration funktioniert. Eine Scheindebatte in vielen Fällen. Integration sind immer zwei Seiten, die es zu verbinden gilt, denn Integration heißt verbinden: die Stadtbevölkerung mit den Neuen, und beide müssen mitarbeiten.

Mit 267 Helferinnen und Helfern aus Seligenstadt wächst der AK Willkommen kontinuierlich. So ist es möglich, fast täglich Angebote tatsächlicher Integration konkret und praktisch zu organisieren. Und die Menschen, die in unserer Stadt Schutz gesucht haben, nehmen diese Angebote an. Samstags Café, sonntags Fußball, montags bis freitags Sprachunterricht, Nähkurs, Fundushelfer, Übersetzungshelfer und vieles mehr.

Der Antrieb ist nicht ein Gesetz, weder für die Helfer noch für die Flüchtlinge. Der Antrieb ist das Ziel, gemeinsam gut miteinander zurechtzukommen, friedlich und mit respektvollem Umgang, Gemeinsamkeiten zu entdecken und die eigene Kultur, die Vielfalt zu erhalten, aber auch den Grundkonsens des gemeinsamen Zusammenlebens zu entdecken und zu leben.

Integration in Seligenstadt wird gelebt. Möglich wird dies durch die große Unterstützung der Bevölkerung, die alle Aktionen durch ehrenamtlichen Einsatz und durch Spenden ermöglichte und weiter ermöglicht.

Etwas zu tun, ist immer besser, als nur Ratschläge zu geben, Ängste vor sich herzutragen und sich davon treiben zu lassen. Wer selbst aktiv wird, hat mehr vom Leben, er bestimmt es für sich selbst und wird nicht durch Ängste, Vorurteile usw. getrieben. 

Hier Impressionen aus dem Unterricht in der Merianschule. In fünf Klassen wird Deutsch gebüffelt. Und die Beteiligung ist toll. Was wollen wir mehr?

    
 
 
Fotos: AK Willkommen

 

17. Oktober 2015:  Ort für Begegnungen

Zum 2. internationalen Café der Event-Gruppe des AK Willkommen in Seligenstadt – Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen kamen am Samstag, 17. Oktober, wieder deutlich mehr als 200 Seligenstädter und Flüchtlinge. Neben Spielen für die Kinder – das Spielmobil im Evangelischen Gemeindezentrum in Seligenstadt ist immer eine Attraktion –, Café und Kuchen, den die Helferinnen mitbrachten, sowie internationalem Gebäck, stand vor allem das Thema Begegnung ganz im Mittelpunkt des Treffens.


Zwanglos, friedlich und freundschaftlich waren die zahlreichen Gespräche zwischen Asylbewerbern und Seligenstädtern. Jeder konnte sich vor Ort informieren, das Gespräch mit anderen suchen. Einzeltreffen und Stunden mit Einzelunterricht wurden verabredet, Wohnungen angeboten, neue Sportler und Praxispaten fanden zusammen.

Mit 0,7 Flüchtlingen auf 100 Einwohner in Seligenstadt kann allgemeiner Hysterie und Überforderung sicher keine Rede sein. Darauf wies AK-Koordinator Burkard Müller in seiner Begrüßung hin. Die Fernsehbilder und die vielfältigen "angeblichen Lösungen", die über die Medien täglich auf uns niederprasseln, passten leider in vielen Fällen nicht zum Problem. Den geschürten Ängsten setzt der AK Willkommen in Seligenstadt unter anderem mit dem internationalen Café die Möglichkeit entgegen, die "fremden Menschen, die in unserer Stadt Schutz suchen“, kennenzulernen. So werden aus Fremden Bekannte. Mehr miteinander zu reden statt übereinander zu reden – das kann viele unbegründete Befürchtungen zerstreuen und viele Gerüchte auflösen. Dazu wird der Arbeitskreis auch in der Zukunft vielfältige Möglichkeiten bieten und darauf bauen, dass die Seligenstädter neugierig genug sind, diese Chance zu nutzen. Der große Kreis der Teilnehmer aus der Bevölkerung bestärkt den Arbeitskreis bei seinen Aktivitäten. 

 

13. Oktober 2015: Gut besuchte Vollversammlung

Rund 130 Mitglieder kamen zur Vollversammlung am 13. Oktober. In seiner Begrüßungsrede hinterfragte Burkard Müller, Koordinator des Arbeitskreises Willkommen in Seligenstadt – Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen die derzeitige Stimmungslage. Es gebe keinerlei Grund zu Panik, aber eine wichtige Aufgabe, nämlich "panikfreie, nüchterne Antworten zu geben und an einer gemeinsamen Perspektive zu arbeiten. Wir brauchen eine Willkommenskultur nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für Bürger, die Angst empfinden, verunsichert sind und nicht wissen, wie sie der aktuellen Situation begegnen sollen."

     
Bürgermeisterin Dagmar Nonn-Adams und Landrat Oliver Quilling

Grußworte hielten die amtierende Bürgermeisterin Dagmar Nonn-Adams und Landrat Oliver Quilling. Helfer des Arbeitskreises berichteten von ihren Erfahrungen bei der Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe". Deutlich wurde an diesem Abend: Der Arbeitskreis hat  in den knapp 11 Monaten seines Bestehens viel erreicht und bewegt, sich für die Zukunft aber auch die konkrete Umsetzung weiterer Projekte und Maßnahmen vorgenommen, so zum Beispiel das Projekt FLIDUM: „Flüchtlinge Lernen integrativ Deutsch und mehr“. Ziel von FLIDUM ist es, einen zentralen Ort für den Spracherwerb, die Ausbildung und Arbeitsfindung sowie einen festen Orientierungspunkt für den Austausch mit Behörden, Bürgern und Vereinen zu schaffen. Dafür werden Sponsoren gesucht.

 
Facharzt Dr. Zaher Mohammad flüchtete mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland und hofft, als Arzt auch in Deutschland arbeiten zu können


Gut besucht war die Vollversammlung des AK Willkommen

Informationen zur Vollversammlung

 

Neue erweiterte Struktur des Arbeitskreises

Auf der Vollversammlung wurde die neue Struktur des AK Willkommen in Seligenstadt vorgestellt:

Die neue Struktur als PDF

Das bisherige bewährte Arbeitsprinzip bleibt grundsätzlich bestehen; die bisherigen Aufgaben werden auf mehrere Schulter verteilt, neue Bereiche sind hinzugekommen.

Der Flüchtlingsrat:

Flüchtlinge, die sich jetzt und zukünftig als Helfer für die Flüchtlinge engagieren, treffen sich und werden auch in der Steuergruppe tätig sein. Auf diese Weise nehmen sie am gesellschaftlichen Leben des AK teil. Einige können schon so gut Deutsch, dass sie unser Arbeit sachlich sehr gut unterstützen können. Soweit möglich, sollen sie auch bei Besprechungen mit Politikern und Behörden dabeisein, erstmals zum Beispiel am Montag, für den der Kreisbeigeordnete Herrn Carsten Müller den AK zu einer Besprechung über ein Willlkommensfest eingeladen hat.

Die Sportsparte:

Durch den Integrationstag des Sportes und das Fußballfest im Sommer mit dem Projekt auf Ballhöhe sind viele Kontakte entstanden. Unsere Schützlinge nehmen die Angebote der Seligenstädter Sportverein gut an. Viele Seligenstädter Sportverein sind auch sehr offen für die Interessen der Flüchtlinge. Diese Entwicklung möchte der AK unterstützend begleiten und weiter fördern.

Die Kultursparte:

Die Stadtkapelle, Chöre und kulturellen Seligenstädter Gruppen möchten die Willkommenskultur aktiv unterstützen. Unsere Schützlinge haben auch Interesse daran, Musik zu machen und kreativ tätig zu sein. Stadtbücherei und Buchhändlerinnen haben Ideen. Hier soll die Kultursparte wirken: Sie wird sowohl kulturelle Gemeinsamkeiten als auch kulturelle Unterschiede und Eigenständigkeiten nach außen kommunizieren und verfestigen.

Die Patensparte:

Dieser Teilnehmerkreis hat sich deutlich vergrößert. Weitere Praxispaten haben ihre Arbeit aufgenommen, Mentoren kamen als Paten hinzu; außerdem gibt es Paten für die Wohnheime. Begegnungspaten werden im Fundus und hoffentlich bald auch innerhalb des Projekts FLIDUM tätig sein. Das alles will vernetzt und verzahnt sein. Keine leichte Aufgabe, aber es ist machbar. Eine gute Struktur zu haben, erweist sich dabei als sehr hilfreich.

Die Sparte Wohnen:

Immer mehr Flüchtlinge werden anerkannt. Der AK möchte sie bei der Wohnungssuche in Seligenstadt unterstützen, wenn sie in unserer Stadt bleiben wollen. Das Hilfsangebot umfasst organisatorische Belange, die Wohnungssuche sowie Gespräche mit den Vermietern.

Die Sparte Öffentlichkeitsarbeit:

Willkommenskultur, Spenden- und Aufnahmebereitschaft sind nicht selbstverständlich vorhanden. Es ist Aufgabe der Sparte Öffentlichkeitsarbeit, durch sachliche und nüchterne Information die Aufnahmebereitschaft der Stadtbevölkerung zu pflegen und um Verständnis und Hilfsbereitschaft zu werben. Geeignete Maßnahmen sollen Gerüchten, wie sie auch in Seligenstadt kursieren, entgegenwirken. Ängste sollen nicht befürchtet, sondern beantwortet werden.

Die Sparte Event:

Die erfolgreiche Durchführung der "Internationalen Cafés" und der "Club Integration"-Diskussionsrunden zeigt, wie sinnvoll und erfolgreich die Aktivitäten dieser Gruppe sind. Weitere Begegnungen sind geplant; sie sind wichtig für das Kennenlernen untereinander.

Für die bereits seit längerem bestehenden Sparten, Bildung, Koordination, Arbeit und Zentrale Dienste ergeben sich durch die Entzerrung und Verbreiterung der Strukturen neue Möglichkeiten. Anregungen sind jederzeit willkommen. Der Arbeitskreis entwickelt sein Konzept beständig weiter. Er möchte auch zukünftig flexibel auf die gestellten Anforderungen reagieren und Initiativen, die von den Mitgliedern des AK auf vielfältige Weise ergriffen werden, gern unterstützend aufnehmen. Möglich wurde die Erweiterung der Strukturen auch dadurch, dass immer mehr Menschen bereit sind, Verantwortung für die verschiedenen Aufgabenfelder zu übernehmen. 

 

Fotos: AK Willkommen